Offener Brief

Ärzte, Lehrer und Eltern für Stopp von Kakaosubventionierung

Ärzte, Eltern und Lehrer fordern in einem offenen Brief die Subventionierung für Kakao in NRW-Schulen zu beenden.

Foto: dpa (Archiv)

Ärzte, Eltern und Lehrer fordern in einem offenen Brief die Subventionierung für Kakao in NRW-Schulen zu beenden.

Düsseldorf/Berlin.  Der subventionierte Kakao an NRW-Schulen sorgt weiter für Streit. In einem offenen Brief fordern Ärzte und Eltern eine ausgewogene Verpflegung.

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Ärzte, Wissenschaftler, Lehrer und Elternvertreter haben an die nordrhein-westfälische Landesregierung appelliert, die steuerfinanzierte Förderung von gezuckertem Kakao im Schulmilchprogramm zu beenden. In einem von der Verbraucherorganisation Foodwatch initiierten Schreiben plädierten sie dafür, stattdessen auf eine ausgewogene Mittagsverpflegung und ausreichend Obst und Gemüse an den Schulen und Kindertagesstätten zu setzen.

«Die Verteilung gezuckerter Schulmilchen ... ist antiquiert und schädlich für die Gesundheit der Kinder – sie sollte nicht mehr gefördert werden», schrieb der Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, Matthias Blüher, in dem offenen Brief.

Forderung für Trinkwasserspender

Der frühere Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Helmut Heseker, fügte hinzu: «In den 60er Jahren hat es sicherlich Sinn gemacht, den damals «schmächtigen» Kindern eine preisreduzierte, energie- und nährstoffreiche Pausennahrung zukommen zu lassen. Aber heute benötigen Kinder und Jugendliche kein energiehaltiges Pausengetränk.»

Die Vorsitzende der Landeselternkonferenz NRW, Christina Herold, schlug vor, die Schulen sollten besser «den Weg zu einer kostenlosen Versorgung der Kinder mit Wasser, z.B. über Trinkwasserspender» gehen. Die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer mahnte: «Das Land NRW wäre gut beraten, das Schulmilchprogramm auf nicht gezuckerte Milch zu reduzieren, so wie es bereits 13 andere Bundesländer gemacht haben.

Warnung vor übermäßigem Zuckerkonsum

» Mit dem eingesparten Geld könne zum Beispiel Schulobst- und Gemüse gefördert werden. Auch der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Thomas Fischbach warnte vor den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums.

Die NRW-Landesregierung hatte kurz vor Beginn des neuen Schuljahres angekündigt, neben ungezuckerter Schulmilch auch weiterhin den bei Kindern beliebten Kakao im EU-Schulprogramm zu fördern. «Kakao ist für die Kinder wichtig, die für Milch pur nicht zu begeistern sind», begründete sie den Schritt.

Die deutlich stärker als der Kakao gezuckerte Erdbeer- und Vanillemilch werden dagegen nicht mehr gefördert. Zuletzt hatte Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) eine Elternbefragung zu dem strittigen Thema angekündigt. (dpa)

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