Konflikt

Kurdische Organisation ruft zu Anschlägen in Europa auf

Erdogan: Armee kann jederzeit ins Zentrum von Afrin vorstoßen

Die türkische Armee ist weiter auf die Stadt Afrin in Syrien vorgestoßen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in Ankara, das Militär und die mit ihm verbündeten Aufständischen...

Die türkische Armee ist weiter auf die Stadt Afrin in Syrien vorgestoßen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in Ankara, das Militär und die mit ihm verbündeten Aufständischen...

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Berlin/Essen  Die türkische Armee steht vor der Stadt Afrin in Syrien. Eine kurdische Organisation ruft zu Vergeltungsschlägen in Deutschland auf.

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Eine der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nahestehende kurdische Jugendinitiative („radikaler Junger Blick“) ruft wegen der anhaltenden türkischen Militär-Offensive im nordsyrischen Afrin zu Vergeltungsschlägen in Europa auf.

In einer im Internet veröffentlichten Erklärung heißt es, dass man den Fall der von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrollierten Stadt Afrin verhindern müsse. Die türkische Regierung ordnet sowohl die YPG als auch die verbotene PKK als Terrororganisationen ein.

In der Erklärung heißt es, der „faschistische türkische Staat und seine terroristischen Banden wie IS und Al Nusra“ würden „unser Volk“ attackieren und in Afrin eine „Spur der Verwüstung“ hinterlassen.

Aufruf zu Anschlägen in Deutschland

Trotz des Widerstandes der YPG – von der US-geführten Koalition ausgestattet, um gegen den IS zu kämpfen – könne „der Feind“ mit jedem Tag weiter auf Afrin vorrücken. Als Verantwortliche für den Krieg nennen die Verfasser eine Reihe von Ländern, „allen voran Russland und die NATO unter Führung der USA“. Beide hätten sich gegen das kurdische Volk verschworen.

Tausende demonstrieren gegen türkische Angriffe auf Afrin

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Auch die Bundesregierung wird scharf kritisiert: „Deutsche Panzer , deutsche Waffen und deutsche Technik morden an vorderster Front“, heißt es darin etwa. Deshalb sei es an der Zeit, den „Krieg zurück nach Europa zu tragen“. „Die europäischen Staaten müssen verstehen, dass wir nicht tatenlos zusehen werden.“

Für diesen Montag (12. März) kündigen die Verfasser der Erklärung Anschläge in Deutschland an. Als mögliche Ziele werden türkische Botschaften, Vereine der türkischen Regierungspartei AKP oder UETD, Parteibüros von SPD und CDU, Polizeistationen oder Gerichte genannt.

Anschläge auf Moscheen

Die Aufforderung, die offensichtlich am 10. März ins Netz gestellt wurde, könnte bereits erste Folgen gehabt haben. So ist in der Nacht zum Sonntag in Berlin ein Anschlag auf eine Ditib-Moschee verübt worden. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus.

Ditib ist eng mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet verbandelt. In den vergangenen Wochen wurde in Ditib-Moscheen in Deutschland auch für den Erfolg der türkischen Armee in Syrien gebetet.

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Im Zuge ihrer Offensive in Nord-Syrien will die Türkei die Kurden-Stadt Afrin unter militärische Belagerung stellen. Die türkische Armee geht seit Januar gegen die kurdischen Volksverteidigungse...
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Am Freitag hatten Unbekannte Brandsätze in eine Moschee in Lauffen in Baden-Württemberg geworfen. Bei dem Anschlag war niemand verletzt worden. Der Imam, der sich in dem Gebäude befand, konnte das Feuer selbst löschen.

Diese Gemeinde gehört zur nationalistischen Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs. Die Innenministerien von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sehen in der Bewegung antisemitische Charakterzüge und unter anderem auch damit eine deutliche Gegnerschaft zur demokratischen Grundordnung.

Türkische Armee rückt vor

Auch in anderen Orten Deutschlands wie etwa Itzehoe oder dem sauerländischen Meschede hatten Unbekannte Feuer in Moscheen oder türkischen Vereinen gelegt, die ebenfalls den Grauen Wölfen angehören. Im Fall von Meschede konnte die Polizei bereits drei Verdächtige im Alter zwischen 26 und 30 Jahren festnehmen.

Unterdessen rücken die türkische Armee und verbündete Rebellen näher an die Stadt Afrin heran. „Derzeit fehlen noch vier bis fünf Kilometer“, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag. Erst am Freitag hatte Erdogan gesagt, die türkischen Truppen bereiteten sich auf die Belagerung Afrins vor.

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