Integration

Kritik an Integrationskursen für Zuwanderer wächst

Die Kritik an Integrationskursen für Zuwanderer wächst.

Die Kritik an Integrationskursen für Zuwanderer wächst.

Foto: Gerd Walhorn

Essen.   NRW-Integrationsminister fordert eine Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen. Nur die Hälfte der Teilnehmer besteht die Sprachtests.

An den Integrationskursen für Zuwanderer wächst die Kritik. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) forderte am Mittwoch, dass der Deutschunterricht innerhalb des Integrationskurses weitgehend überarbeitet werden müsse. „Wir brauchen bei den Integrationskursen eine Qualitätsoffensive: Die Angebote sind nicht differenziert genug. Es nützt niemandem etwas, wenn ein Akademiker gemeinsam mit einem Analphabeten unsere Sprache lernt“, sagte Stamp dieser Zeitung. Er sieht den Bund in der Pflicht, hier verlässliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Nur die Hälfte der Teilnehmer besteht Sprachtests

Anlass der Kritik ist, dass nur die Hälfte der Teilnehmer eines Integrationskurses mit rund 600 Unterrichteinheiten von je 45 Minuten den anschließenden Sprachtest bestehen. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration (Bamf) haben im vergangenen Jahr rund 376.000 Zuwanderer und Flüchtlinge einen Integrationskurs in Deutschland belegt. In NRW waren es 90.186. Über 85.000 der Zuwanderer haben bundesweit den Kurs nicht zu Ende gebracht. Von denen, die es geschafft haben, erreichten lediglich 49 Prozent den angestrebten Sprachlevel B1. Das heißt, sie können in einfachen Sätzen Ereignisse beschreiben und Meinungen wiedergeben.

Die Awo NRW teilt die Kritik Stamps. Die Kurse seien mit 600 Stunden für Teilnehmer zu kurz. Auch sei die maximale Gruppengröße von 25 Teilnehmern zu hoch, sagt Awo-Bildungsfachfrau Angelika Ingendae. Sprachschulen sehen ein anderes Problem. Ein Schulleiter aus Oberhausen berichtet von erheblichen Problemen, qualifizierte Deutschlehrer zu finden. Eine Duisburger Leitung beklagt die fehlende Motivation. „Es kommen Schüler sieben Tage unentschuldigt nicht zum Unterricht. Der Druck fehlt, Deutsch zu lernen“, sagt sie.

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