Regierungskrise

Krise um Journalistinnen-Mord: Maltas Premier vor Rücktritt

Demonstranten mit einem Bild von Daphne Caruana Galizia.

Demonstranten mit einem Bild von Daphne Caruana Galizia.

Foto: Vincent Kessler / Reuters

Valletta.  Der Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia vor zwei Jahren hat Malta erschüttert. Zuletzt überschlugen sich die Ereignisse.

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Der maltesische Premierminister Joseph Muscat hat in der Krise um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia seinen Rücktritt für Januar angekündigt. Er werde weiter im Amt sein, bis im Januar ein neuer Vorsitzender seiner Partei gewählt werde, sagte Muscat am Sonntag in einer TV-Ansprache.

Er zieht damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Ermordung der regierungskritischen Bloggerin vor mehr als zwei Jahren. Zuvor war ein möglicher Hintermann der Tat angeklagt worden.

Auto in die Luft gesprengt – Daphne Caruana Galizia starb im Oktober 2017

Wütende Demonstranten waren auch am Sonntag wieder gegen die Regierung Muscats auf die Straße gegangen und hatten den Rücktritt des Premierministers gefordert. Sie werfen der Führung ihres Landes Korruption vor und verlangen Gerechtigkeit für Caruana Galizia.

Die Journalistin war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Die damals 53-Jährige hatte unter anderem über Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern auf Malta recherchiert.

Drei Männer wurden festgenommen und angeklagt. Sie sollen den Sprengsatz gebaut und gezündet haben. Wer hinter ihnen steckte, ist bislang unklar.

Nun rückte ein Unternehmer als möglicher Auftraggeber in den Fokus, der auch Kontakte zur Regierung gehabt haben soll. Yorgen Fenech war festgenommen worden, als er angeblich mit einer Luxusjacht fliehen wollte. Am Samstag wurde er wegen Mittäterschaft an dem Mord angeklagt. Muscat hatte 2013 sein Amt angetreten. (dpa/les)

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