Übergriffe

Kölner Silvesternacht: 1205 Strafanzeigen, aber nur 6 Urteile

Am Silvesterabend 2015 wurden vor dem Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell belästigt. Die Taten konnten aber nur in wenigen Fällen aufgeklärt werden.

Am Silvesterabend 2015 wurden vor dem Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell belästigt. Die Taten konnten aber nur in wenigen Fällen aufgeklärt werden.

Foto: dpa

Düsseldorf.  1205 Strafanzeigen waren bei der Kölner Polizei nach der Silvesternacht 2015 eingegangen. Nur in sechs Fällen hat es Urteile gegeben.

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Elf Monate nach den Silvesterübergriffen in NRW- Großstädten sind nur wenige Täter ermittelt und verurteilt worden. Die meisten Verfahren wurden inzwischen eingestellt, wie aus einer Antwort von Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf eine FDP-Anfrage hervorgeht. Der Abgeordnete Marc Lürbke hatte sich nach dem Stand der Ermittlungen in Köln, Dortmund, Düsseldorf und Bielefeld erkundigt.


In Köln sind bisher gegen sechs der sexuellen Nötigung beschuldigte Männer Urteile ergangen. Dabei gab es dort 509 Anzeigen wegen „sexuell motivierter Taten“ und insgesamt 1205 Strafanzeigen. In 369 Ermittlungen gegen Sextäter konnte kein Verdächtiger ermittelt werden. 83 Beschuldigte sind den Behörden bekannt. Eingestellt wurden die Verfahren gegen 52 namentlich bekannte Beschuldigte, denen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung oder Beleidigungen auf sexueller Basis zur Last gelegt wurden. Gegen 49 von ihnen gab es keinen hinreichenden Tatverdacht, von drei Beschuldigten war der Aufenthaltsort nicht zu ermitteln.

Weitere Anzeigen in NRW-Städten

In Bielefeld wurden fünf Anzeigen wegen sexueller Übergriffe erstattet, Täter wurden nicht ermittelt. In Dortmund gab es fünf Ermittlungen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dort wurden zwei Täter zu geringen Strafen verurteilt, zwei konnten nicht ermittelt, einem konnte die Tat nicht nachgewiesen werden.


In Düsseldorf wurden 103 Anzeigen wegen sexuell motivierter Taten gezählt. Nur sechs der Täter sind namentlich bekannt. 62 Verfahren wurden eingestellt, weil kein Verdächtiger ermittelt werden konnte.

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