Nahverkehr

Jusos in NRW machen Druck beim Azubi-Ticket

Auszubildene zahlen deutlich mehr für Bus und Bahn als Studierende. Die Landesregierung will das ändern. Die Jusos mahnen zur Eile.

Auszubildene zahlen deutlich mehr für Bus und Bahn als Studierende. Die Landesregierung will das ändern. Die Jusos mahnen zur Eile.

Foto: Tanja Pickartz

Essen.   Die neue Chefin der Jusos in NRW, Jessica Rosenthal, fordert ein landesweiten Nahverkehrsticket für Lehrlinge und eine klare Linie der NRW-SPD.

Bei der Einführung eines „Azubitickets“ für den öffentlichen Nahverkehr machen die Jusos in Nordrhein-Westfalen Druck auf die Landesregierung. Aus der Ankündigung von CDU und FDP, das vergünstigte Ticket als landesweites Angebot für Auszubildende einzuführen, sei bisher nichts entstanden, kritisiert die neue Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal.

„Ministerpräsident Armin Laschet hat bisher nichts als heiße Luft geliefert“, sagt Rosenthal dieser Redaktion. „Wir sind weit davon entfernt, dass die Ungleichbehandlung von Studierenden und Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen endlich behoben wird.“

„Ungleichbehandlung von Studenten und Azubis“

Bisher bieten einzelne der NRW-Verkehrsverbünde vergünstigte Tickets für Auszubildende an. Sie sind im Vergleich zu den Semestertickets, die Studierende erhalten, aber teurer. Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kostet das sogenannte Young-Ticket für den städtischen Verkehr rund 55 Euro, Studierende zahlen fürs NRW-weite Fahren umgerechnet 23 Euro, rechnen die Jusos vor.

Die Nachwuchsorganisation der SPD streitet in NRW seit Jahren für gleichrangige Angebote. „Wenn wir über die Aufwertung der Ausbildung sprechen, gehört dazu die Mobilität von jungen Menschen“, sagt Rosenthal.

Forderung nach mehr jungen Frauen in der Politik

Die 25-jährige Referendarin ist am Samstag für zunächst zwei Jahren zur neuen Juso-Chefin in NRW gewählt worden. Sie ist die erste Frau seit Svenja Schulze vor 20 Jahren an der Spitze des Landesverbandes mit 18.000 Mitgliedern und erst die dritte Vorsitzende, seitdem der Juso-Vorsitz in der nordrhein-westfälischen SPD nicht mehr durch eine hauptamtliche Person übernommen wird. Die Position des sogenannten Jugendsekretärs wurde 1962 abgeschafft.

Rosenthal bemängelt, dass junge Frauen in der Politik nicht ausreichend vertreten seien. „Wir müssen mitreden. Auch die Jusos und die SPD müssen um Frauen werben.“ Rosenthal ist seit knapp einem Jahr Vizechefin der Bundes-Jusos und gehörte früh zu den Kritikern einer Neuauflage der großen Koalition im Bund.

„Wir sind an der Seite der Hartarbeitenden“

Ihre Schwerpunkte auch in den kommenden Europa- und Kommunalwahlkämpfen wolle sie bei sozialen Themen setzen. Von der NRW-SPD erwartet Rosenthal, dass sie den versprochenen Erneuerungsprozess auch umsetze. „Da muss geliefert werden.“ Beispielhaft nennt sie die Debatte um das Braunkohlerevier am Hambacher Wald. „Wir als SPD müssen klar machen, wie der Strukturwandel im Braunkohlerevier aussehen soll und welche Perspektiven Arbeitnehmer haben.“ Es gelte deutlich zu machen, dass die SPD die Partei ist, die an der Seite derer steht, die hart arbeiten und trotzdem nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. „Da muss der Landesverband die Bundespartei vor sich hertreiben.

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