Heimatkongress

Heinos Schallplatte bringt Ministerin in Erklärungsnot

Dieses Foto brachte NRWHeimatministerin Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) in Erklärungsnöte: Heimatbotschafter Heino brachte ihr Schallplatten mit historisch belasteten Liedern mit. Foto:F. Berger

Dieses Foto brachte NRWHeimatministerin Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) in Erklärungsnöte: Heimatbotschafter Heino brachte ihr Schallplatten mit historisch belasteten Liedern mit. Foto:F. Berger

Düsseldorf.   Der Sänger und „Heimatbotschafter“ des Landes Heino hatte beim Heimatkongress ausgerechnet eine Schallplatte mit Liedern aus der Nazizeit dabei.

Im Nachgang zum ersten NRW-Heimatkongress am Wochenende in Münster sorgt ein Foto für Irritationen, das Heino und NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) gemeinsam zeigt. Die beiden halten eine Doppel-LP des Sängers aus dem Jahr 1981 in den Händen: „Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder“, lautet der Titel. Zu den 24 Liedern des Albums zählen auch Stücke, die in der Nazizeit und auch davor populär waren, zum Beispiel „Wenn alle untreu werden“, das im „SS-Liederbuch“ an exponierter Stelle auftauchte, sowie das „Schlesier-Lied“.

Andere Stücke darauf wie das „Steigerlied“ sind historisch unbelastet. Das Bild war am Rande der Veranstaltung aufgenommen und als Pressematerial auf die Internetseite des Ministeriums gestellt worden.

Gastgeschenke für den Kongress

Heino ist einer von 47 prominenten „Heimatbotschaftern“ des Landes, die zu dem Kongress in Münster eingeladen waren, aber mehrheitlich nicht erschienen. Heino habe sich nach der Einladung „in Eigeninitiative angemeldet“, erklärte das Ministerium. Der Sänger und seine Frau Hannelore hätten zwei Schallplatten und vier CDs als Gastgeschenke zum Kongress mitgebracht, darunter das umstrittene Album.

Auf politische Korrektheit seien die Gaben bei der Übergabe nicht überprüft worden, hieß es. Ina Scharrenbach „hatte bei dem Pressetermin keine Gelegenheit, die inhaltliche Überprüfung der Titel oder Texte vornehmen zu lassen“, sagte gestern ein Sprecher des Ministeriums. Sie verwahre sich strikt dagegen, mit der nationalsozialistischen Ideologie in Verbindung gebracht zu werden.

SPD: peinlichen Fehlstart für teure Heimatkampagne

Der Kongress mit 520 Gästen hatte kein rückwärtsgewandtes, sondern ein liberales und weltoffenes Heimatbild vermittelt, das niemanden ausschließen sollte und Heino spielte allenfalls am Rande der Großveranstaltung eine Rolle.

Die SPD sprach am Mittwoch aber von einem „peinlichen Fehlstart für die teure Heimatkampagne der Ministerin“. Sie verspreche offene Diskussionen über den Begriff der Heimat, lasse sich aber völkisches Liedgut schenken, kritisierte Christian Dahm, stellvertretender Chef der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag.

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