Hackerangriffe sind ein Warnsignal

Jeder kennt Murphys Gesetz. Alles, was schiefgehen kann, wird irgendwann auch schiefgehen. Nach 70 Jahren wird es Zeit für ein Update: Alles, was gehackt werden kann, wird früher oder später auch gehackt. Am Samstag traf es Emmanuel Macron, morgen Martin Schulz? Man wundert sich nicht, dass die SPD nach eigenem Bekunden eng mit den Sicherheitsbehörden arbeitet, das trifft wohl auf alle Parteien zu.

Jeder kennt Murphys Gesetz. Alles, was schiefgehen kann, wird irgendwann auch schiefgehen. Nach 70 Jahren wird es Zeit für ein Update: Alles, was gehackt werden kann, wird früher oder später auch gehackt. Am Samstag traf es Emmanuel Macron, morgen Martin Schulz? Man wundert sich nicht, dass die SPD nach eigenem Bekunden eng mit den Sicherheitsbehörden arbeitet, das trifft wohl auf alle Parteien zu.

Der Hackerangriff kurz vor der Ziellinie der französischen Präsidentschaftswahl ist ein Warnsignal. Es droht wohl auch im Bundestagswahlkampf. Die Kanzlerin hat sogar einen konkreten Verdacht und unlängst ihre Geheimdienste gebeten, zu prüfen, ob die russische Regierung versuche, die öffentliche Meinung in Deutschland zu manipulieren.

Laut Macrons Team ist der Hackerangriff „massiv und koordiniert“ gewesen. Das lässt sich deuten: Hier ist mit großem Aufwand und Professionalität vorgegangen worden. Man sagt, die 90er-Jahre gehörten den Hackern und die 2000er den Kriminellen. Heute beherrschen die Geheimdienste den Cyberraum, weil sie die schier unbegrenzten Ressourcen haben, um Angriffe massiv, koordiniert zu führen. Das ist zeit- und personalintensiv, technisch anspruchsvoll, kurzum: teuer. Viele kommen infrage. Aber auf Russland kommt man nicht böswillig.

Zum einen gehört die hybride Kriegsführung offiziell zur Moskauer Militärdoktrin, eine Mischform aus offenen und verdeckten, regulären und irregulären, symmetrischen und asymmetrischen, militärischen und nicht militärischen Konfliktmitteln. Zum anderen bringt man eine Reihe verdächtiger Server in Verbindung mit Russland. Schon bei der niederländischen Parlamentswahl sollen laut der Tageszeitung „De Volkskrant“ russische Hacker versucht haben, in die Computer der Regierung in Den Haag einzudringen. Der zweifelsfreie Beweis fehlt, die „smoking gun“. Aber es stellt sich die Frage, ob Präsident Putin die EU destabilisieren will. Gerade erst traf er Europagegnerin Marine Le Pen.

Man muss Verfassungsschutzpräsident Maaßen ernst nehmen, wenn er sagt, dass der Kreml entscheide, ob der deutsche Wahlkampf beeinflusst wird. Vor zwei Jahren wurde der Bundestag massiv gehackt. Bis heute sind die gestohlenen Informationen nicht wieder aufgetaucht. Entweder waren sie nicht interessant genug, oder der Dieb wartet noch auf den richtigen Zeitpunkt.

Am 24. September sind Bundestagswahlen. Wir sind inzwischen gewarnt.

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