Garten

Frostharte und blühende Pflanzen für die kalte Jahreszeit

Zum Themendienst-Bericht von Evelyn Steinbach vom 15. Dezember 2016: Frostharte und blühende Pflanzen wie Christrose oder Schneeheide vertreiben die graue Tristesse und schaffen Farbakzente auf dem winterlichen Balkon. (Archivbild vom 09.12.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Franziska Gabbert Foto: Franziska Gabbert/-/Franziska Gabbert

Zum Themendienst-Bericht von Evelyn Steinbach vom 15. Dezember 2016: Frostharte und blühende Pflanzen wie Christrose oder Schneeheide vertreiben die graue Tristesse und schaffen Farbakzente auf dem winterlichen Balkon. (Archivbild vom 09.12.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Franziska Gabbert Foto: Franziska Gabbert/-/Franziska Gabbert

Essen.   Der Blick nach draußen ist trist? Sogar der über den Balkon? Dann haben Hobbygärtner etwas falsch gemacht – denn der Winter ist kein Grund, auf eine hübsche Außenbepflanzung zu verzichten. Es gibt derzeit auch zahlreiche frostharte und sogar blühende Pflanzen im Handel.

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Der Blick nach draußen ist trist? Sogar der über den Balkon? Dann haben Hobbygärtner etwas falsch gemacht – denn der Winter ist kein Grund, auf eine hübsche Außenbepflanzung zu verzichten. Es gibt derzeit auch zahlreiche frostharte und sogar blühende Pflanzen im Handel.

Robuste, frostharte Pflanzen gedeihen bei guter Pflege die ganzen kalten Monate über. Ob mit buntem Blattschmuck oder immergrün, mit blühenden Knospen oder knallroten Beeren: Kombinieren kann man die meisten Sorten nach Herzenslust. Die folgenden Tipps helfen bei der Auswahl:

Beliebt für den Topf sind Heidepflanzen. Die Winterheide (Erica carnea), auch Schneeheide genannt, erblüht in Weiß, Violett oder Rot und kann gemischt oder als Solitärpflanze gesetzt werden. „Besonders intensiv blüht sie zwischen Dezember und Februar“, sagt Olaf Beier, Vorsitzender des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner in Berlin. Eine Alternative ist die Englische Schneeheide (Erica darleyensis). „Die größer wachsende Erica darleyensis hält mehr Kälte aus als die kleinere Erica carnea“, sagt Beier. Und dann gibt es da noch die Besenheide (Calluna vulgaris), sie blüht gelb, weiß oder rot. „Das wäre dann etwas für Menschen, die es schlicht und einfach mögen“, sagt Britta Boecking, Mitglied im Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen. Wer mehrere Winterpflanzen in einem Kasten kombiniert, braucht einen farbigen Hingucker. Neben Heidepflanzen kann das zum Beispiel das Purpurglöckchen (Heuchera) mit buntem Blattschmuck sein oder die noch rötlich leuchtenden Fetthennen (Sedum). Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin, rät auch zum Korkspindelstrauch (Euonymus phellomanus), dessen Blätter im Herbst knallrot werden, und zum Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Die beiden Pflanzen eignen sich für viele Standorte – von vollsonnig bis halbschattig.

Gerade zwischen immergrüne Pflanzen setzen Hobbygärtner im Winter oft einen farbigen Akzent – gut eignet sich dafür etwa die Scheinbeere (Gaultheria) mit roten Früchten. Sie ist eigentlich ein Bodendecker für das Beet, gedeiht aber auch in Kübeln und Töpfen. „Sie sehen aber nur schön aus, wenn sie dunkelrote Beeren haben“, findet Beier. „Sobald der Frost kommt, picken die Amseln alles weg.“ Carlin meint aber: Genau deshalb sollte man Scheinbeeren pflanzen. „Die Früchte zwischen den kleinen grünen Blättern helfen den Vögeln im Winter.“

Die blühenden Überraschungen: Eine Neuentdeckung für die Wintermonate ist der Rhododendron hirsutum x micranthum „Bloombux“. „Der Name suggeriert einen blühenden Buchsbaum, tatsächlich ist dieser aber ein immergrüner Rhododendron mit weißen Blüten“, erklärt Beier. Lediglich die kompakte Wuchsform hat das Nadelgehölz vom Buchs. Gerade in Schalen oder Kübeln kommt die Pflanze gut zur Geltung. „Wer möchte, kann daneben noch Winterheide pflanzen“, empfiehlt Beier.

Unterschiedliche Blatt- und Blütenformen kombinieren

Ein beliebter Blüher für Kästen im Winter ist auch die Christrose (Helleborus niger). Sie lässt sich mit Flechtenzweigen und Zapfen dekorieren. Was viele nicht glauben wollen: „Sie gehört nach draußen und ist keine Zimmerpflanze“, betont Beier. Die Christrose mag die kühlen Temperaturen, aber auch plus 15 Grad verträgt sie.

Efeu ist widerstandsfähig und hält sich das ganze Jahr. Eine Alternative dazu ist die Mühlenbeckie (Muehlenbeckia) mit ähnlichen Eigenschaften. Sie eignet sich zum Bodendecker oder als Hängepflanze, erklärt Boecking. Ihre Triebe sind auch im Winter mit kleinen, smaragdgrünen Blättchen besetzt. Die Floristin rät bei immergrünen Bepflanzungen: „In einem Kasten kombiniert man am besten unterschiedliche Blatt- und Blütenformen.“ Ein guter Partner sind zum Beispiel die Abelien. Auch Farne taugen dafür. „Es müssen nicht immer Heidegewächse sein“, meint Chefgärtnerin Carlin. Winterharte Gräser sind ein guter Ersatz für einen im Winter halbwegs sonnigen Balkon. Sie empfiehlt das Lampenputzergras sowie die Carex-Arten. Manche wandeln im Herbst ihre Blätter in bunte Hingucker um, manche sind auch das ganze Jahr über gold-braun. Die Gartenexpertin rät, dazu den Kriechenden Günsel (Ajuga reptans) mit blau-violettem Schimmer zu pflanzen. „Das gibt so einem Kasten die richtige Struktur.“

Auch so mancher kleine Baum findet Platz im Balkonkasten, etwa eine Mini-Konifere wie die Zuckerhutfichte. Sie sieht aus wie ein kleiner Weihnachtsbaum in Form eines Zuckerhuts. Bei größeren Exemplaren empfiehlt Beier: „Den unteren Teil des Baumes entasten, um kleine, bodenschmückende Wintergewächse unter die Zweige zu pflanzen.“ Boecking schlägt hingegen vor: „Man kann auch kleine Koniferen als Reihung in einen Balkonkasten setzen und diesen mit kleinen Zapfen, roten Beeren der Eberesche und anderen Naturmaterialien dekorieren.“

„Der Kasten muss feucht gehalten werden, solange der Boden noch nicht gefroren ist“, erklärt Olaf Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner. Denn wie lange die Pflanze im Winter durchhält, hängt davon ab, wie gut sie vor dem Frost mit Wasser versorgt wurde. Wenn es friert, kann die Pflanze kein Wasser aufnehmen. Reichen ihre Reserven nicht mehr, vertrocknet sie. Allerdings darf es auch keine Staunässe im Topf geben.

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