Nachwuchs-Sorgen

Feuerwehr-Azubis in NRW sollen besser bezahlt werden

ILLUSTRATION - Zwei Feuerwehrmänner der Hamburger Feuerwehr schließen sich am 07.06.2015 in Hamburg während einer Übung vor einem Löschfahrzeug die Atemschutzgeräte an. Foto: Daniel Bockwoldt [ Rechtehinweis: (c) dpa ]

ILLUSTRATION - Zwei Feuerwehrmänner der Hamburger Feuerwehr schließen sich am 07.06.2015 in Hamburg während einer Übung vor einem Löschfahrzeug die Atemschutzgeräte an. Foto: Daniel Bockwoldt [ Rechtehinweis: (c) dpa ]

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Viele Kommunen in NRW suchen händeringend Feuerwehr-Nachwuchs. Eine bessere Ausbildungs-Vergütung soll künftig qualifizierte Bewerber locken.

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Das Land will die Ausbildung zum Brandmeister aufwerten, um den drohenden Personalmangel in zahlreichen Berufsfeuerwehren in den Griff zu bekommen. Nach Informationen unserer Redaktion prüft das NRW-Innenministerium derzeit, den Lohn von Feuerwehr-Auszubildenden für den mittleren Dienst in den Städten zu erhöhen. So sollen mehr geeignete Bewerber gewonnen werden. Das bisherige Lehrgeld gilt als wenig attraktiv: Anwärter müssen eine abgeschlossene, oft handwerkliche Ausbildung vorweisen, erhalten von den Städten aber nur rund 950 Euro im Monat (brutto).

Wir wollen einem großen Fachkräftemangel vorbeugen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Feuerwehr-Ausbildung solle attraktiver werden. Dazu werde auch geprüft, „dies über eine höhere Besoldung zu erreichen“. Mit dem Finanzministerium werde nach Wegen gesucht, die Städte zu unterstützen. Denn sie müssen die anfallenden Mehrkosten für ihre kommunalen Beschäftigten stemmen.

Verkürzung der Arbeitszeit führt zu Engpass

Christoph Schöneborn vom NRW-Verband der Feuerwehren nannte dieses Vorhaben drängend. „Im Wettstreit um guten Nachwuchs stehen wir in direkter Konkurrenz zu privaten Arbeitgebern“, sagte der NRW-Verbandschef. Im Handwerk folgt auf die Ausbildung ein Gesellenlohn, der über dem Gehalt des Brandmeister-Anwärters für den mittleren Dienst liegt. „Wir kennen zahlreiche Fälle, in denen Interessenten sich deshalb gegen die Feuerwehr entschieden“, so Schöneborn.

Kaum noch geeignete Kandidaten

Die Städte fänden kaum noch geeignete Kandidaten, sagte der Essener Feuerwehrchef Ulrich Bogdahn. „Von 350 Bewerbern bleiben oft keine 18 über, weil viele die Sport- und Persönlichkeitstests nicht bestehen.“ Dabei ist der Bedarf hoch: Wegen Überalterung fehlen bis 2024 Hunderte Fachkräfte. Für weiteren Engpass sorgt, dass Feuerwehrleute nur noch bis zu 48 Wochenstunden arbeiten dürfen. Zugleich nehmen Einsatzzahlen und Aufgaben zu.

Bei einem Bewerbermangel können die Städte schon jetzt freiwillig das Lehrgeld um 70 Prozent erhöhen. Eckhard Schwill von der Gewerkschaft Komba forderte, dass sich das Land daran orientiert. Der Städte- und Gemeindebund NRW betonte, dass Brandmeister-Anwärter weiter nur als Beamte auf Widerruf eingestellt werden sollten. Nur so sei zu gewährleisten, dass Großstädte wie bisher über Bedarf ausbilden und so kleine Kommunen mitversorgen.

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