Nordrhein-Westfalen

Felix Banaszak fordert: Partei muss „raus auf die Straße“

Kamen.   Die nordrhein-westfälischen Grünen haben am Samstag in Kamen einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Felix Banaszak (28) aus Duisburg ist Nachfolger von Sven Lehmann (38), der sich nach zwölf Jahren im Landesvorstand als Bundestagsabgeordneter nach Berlin verabschiedet hat.

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Die nordrhein-westfälischen Grünen haben am Samstag in Kamen einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Felix Banaszak (28) aus Duisburg ist Nachfolger von Sven Lehmann (38), der sich nach zwölf Jahren im Landesvorstand als Bundestagsabgeordneter nach Berlin verabschiedet hat.

Banaszak erhielt 151 Stimmen, seinen Mitbewerber, Grünen-Landesschatzmeister Wolfgang Rettich aus Bochum, wählten 109 Delegierte. Beide Kandidaten zählen zum linken Parteiflügel und werben für eine bürgernähere grüne Partei, die den Wählern künftig wieder mehr auf Augenhöhe begegnen soll.

Die zweite Landesvorsitzende der Partei ist Mona Neubaur, die zum „Realo“-Flügel der Grünen gehört. Ihre Amtszeit endet im Sommer. Es wird damit gerechnet, dass beide, Neubaur und Banaszak, bei einem Parteitag im Juni zur Wiederwahl antreten. Für seinen jugendlich-frischen Auftritt in der Kamener Stadthalle bekam Banaszak viel Applaus. Er erinnerte in seiner Bewerbungsrede an die vielen Initiativen und an sein persönliches Engagement für eine Rückkehr der nach Nepal abgeschobenen Duisburger Schülerin Bivsi. Der Fall Bivsi zeige, dass es sich lohne, für etwas zu kämpfen, das zunächst aussichtslos erscheine. Immer wieder seien die Grünen in ihrer Geschichte mit Warnungen wie „Vergesst es“ oder „Das bringt nichts“ konfrontiert worden. Am Ende habe es sich aber ausgezahlt, Vernunft und Leidenschaft, Kopf und Herz zu „verdrahten“. In seinem Bewerbungsschreiben kritisierte Banaszak aber eine „tiefe Entfremdung zwischen uns und unseren (ehemaligen) Wählern“. Nicht nur er, sondern viele Redner forderten in Kamen, dass die Partei wieder „raus auf die Straße“ gehen müsse und nicht in ihren eigenen Gesprächskreisen feststecken dürfe.

Die erste Amtshandlung des neuen Landesvorsitzenden war die Verabschiedung einer altgedienten Parteifreundin: Bärbel Höhn (65) aus Oberhausen, früher Landes-Umweltministerin und zuletzt Bundespolitikerin, ist aus dem Bundestag ausgeschieden. Applaus und Blumen erhielt auch die frühere NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Eine anderes, weit über NRW hinaus bekanntes Gesicht der Grünen, Claudia Roth, dankte Sven Lehmann für dessen lange Arbeit im Landesverband. „Er ist ein Verfassungsschützer, ein Feminist, ein Mensch voller Empathie“, lobte Roth.

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