Liberale

FDP-Nachwuchschefin fordert Pkw-Fahrerlaubnis für 16-Jährige

Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen.

Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen.

Foto: Matthias Graben

Essen.   Ria Schröder, Vorsitzender der Jungen Liberalen will die Altersgrenze für begleitetes Fahren senken und kritisiert ein Pflichtjahr für die Jugend

Noch vor einem Jahr musste Ria Schröder auf eine leere Getränkekiste klettern, um in der Fußgängerzone von Hamburg Bundestagswahlkampf für die FDP zu machen – inzwischen hat die 26-Jährige eine größere Bühne: Seit knapp vier Monaten führt Ria Schröder die FDP-Jugend „Junge Liberale“ (Juli) in Deutschland an. Sie steht als erste Frau seit 25 Jahren an der Spitze des Verbandes, dessen 10 000 Mitglieder überwiegend männlich sind. Leise macht sie das nicht.

In der Debatte um ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für junge Menschen kritisiert Schröder die Politik scharf. „Ich finde die Diskussion anmaßend“, sagt die Juli-Bundeschefin gegenüber dieser Zeitung. „Junge Menschen können selbst über ihren Lebensweg entscheiden – nicht Politikerinnen oder Politiker, die von einem solchen Zwangsdienst selbst gar nicht betroffen wären.“ Die Unterstellung, Jugendliche würden sich nicht genug für die Gesellschaft engagieren, sei eine Unverschämtheit. „Ich verlange mehr Respekt vor jungen Menschen.“

Unbegleitet fahren auch schon mit 17 Jahren

Die Wahl-Hamburgerin besucht derzeit „Juli“-Gruppen in ganz Deutschland. Mit ihnen will sie sich dafür einsetzen, dass das Mindestalter für das sogenannte begleitete Fahren bundesweit von 17 auf 16 Jahre heruntergesetzt wird. Im Beisein von Erwachsenen sollen Jugendliche so früher als bisher Autofahrpraxis erhalten. „Mobilität ist für junge Menschen ganz entscheidend“, sagt die gebürtige Rheinland-Pfälzerin. „Ich konnte nicht schnell genug meinen Führerschein machen, weil ich dann eben nicht mehr darauf angewiesen sein wollte, dass mich jemand abholen oder hinfahren konnte.“

Die Verkehrsminister der Länder haben sich bereits für das frühere begleitete Fahren ausgesprochen – bislang gilt laut Ministerkonferenz in der EU für den Pkw-Führerschein aber das Mindestalter 17. Schröder denkt bereits weiter: „Ich persönlich finde, wir sollten auch langfristig darüber nachdenken, dass 17-Jährige den vollen Führerschein machen können, um auch unbegleitet fahren zu dürfen“, so Schröder.

Mehr Quereinsteiger im Unterricht

Haben die Julis vor der Bundestagswahl noch mit der FDP für den Wiedereinzug der Liberalen ins Parlament geworben, geht der Nachwuchs inzwischen härter mit seiner Partei ins Gericht. Die Zeit, in der sich die FDP sortieren konnte, müsse vorbei sein, so Schröder. „Jetzt muss sie lauter werden und die Themen endlich ansprechen, an denen sich die Zukunft und der Wohlstand unserer Gesellschaft entscheiden.“

Dazu gehöre die Bildungspolitik. Schröder mahnt Reformen an: „Die Schwerpunkte, die wir über viele Jahre in den Schulen gelernt haben, werden künftig nicht mehr so wichtig sein.“ Medienkompetenz, Teamfähigkeit und Kreativität müssten intensiver gelehrt werden. Um Lehrer zu entlasten, sollten mehr Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft an die Schulen geholt werden.

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