Pflege-Notstand

Erst versagt das System, dann der Mensch

Viele Menschen aus Pflegeheimen kommen mit vermeidbaren Beschwerden ins Krankenhaus. Den Heimen fehlt schlicht das Personal für bessere Pflege.

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Leider ist es Alltag in Kliniken: allzu oft sind Menschen, die aus Pflegeheimen eingeliefert werden, ausgetrocknet, wund und von nicht sehr gutem Allgemeinbefinden. Als Anlass, einmal mehr blindlings auf die Pflegeheime loszugehen und die unhaltbaren Zustände zu beklagen, taugt das aber nicht. So alarmierend die Befunde der BKK-Studie auch sind – sie zeugen mehr von Systemversagen denn von menschlichem.

Den Heimen fehlen schlicht Pflegekräfte. Und die meisten, die den Knochenjob allen Horrorszenarien zum Trotz machen, opfern sich für die ihnen anvertrauten älteren Menschen auf. Dabei übernehmen sich nicht wenige, was dazu führt, dass Altenpfleger viel häufiger krank werden als andere. Die übrigen müssen dann noch härter arbeiten, auf Verstärkung können sie lange warten, also sind auch sie irgendwann platt – die Spirale dreht und dreht sich.

Es fehlt eine Pflegereform, die wirklich in die Zukunft weist. Niemand hat etwas gegen das Sofortprogramm von Minister Spahn mit 13 000 zusätzlichen Stellen. Auch sie wird man aber nur besetzen können, wenn dieser eigentlich unbezahlbare Dienst am Menschen endlich die Wertschätzung erfährt, die er verdient – und zwar nicht nur verbal, sondern auch finanziell.

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