Kommentar

Entmutigung für aktive Katholiken

Monika Willer

Monika Willer

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Rom will kein gemeinsames Abendmahl zwischen Katholiken und Protestanten. Dabei ist gelebte Ökumene vor Ort längst Realität

Zusammenarbeit ist für viele evangelische und katholische Gemeinden längst eine Frage des Überlebens angesichts rückläufiger finanzieller und personeller Ressourcen. Der Geist der Ökumene bestimmt die Diskussion um das gemeinsame Abendmahl. Nicht ohne Grund ist die Sache bei den Bischöfen relativ unstrittig.

Rom sieht das natürlich anders.

In einer Welt, in welcher der Zusammenhalt der Christen gegen die Zumutungen eines verrohten Alltags täglich wichtiger wird, stellt der Vatikan das Trennende heraus. Das ist auf der Theologenebene sicher richtig, die Lebenswirklichkeit trifft das Verbot des gemeinsamen Abendmahles jedoch nicht.

Im Gegenteil. Der Brief aus Rom ist neben den Vetos zur Gewaltenteilung und Frauenweihe ein weiteres Zeichen der Entmutigung an alle aktiven Katholiken und alle Paare in konfessionsverbindenen Ehen. Das Signal lautet nicht: Wir unterstützen Euren Versuch, das Leben vor Ort ein wenig christlicher zu gestalten. Sondern es lautet: Vergesst, wie schlimm es draußen zugeht, denn es gibt noch etwas viel Schlimmeres, und zwar die Abendmahlsgemeinschaft mit dem evangelischen Nachbarn.

Allerdings will Rom Grenzen schließen, die schon überrannt sind. Das gemeinsame Abendmahl wird an der Basis derjenigen, die überhaupt noch in die Kirche gehen,längst praktiziert. Die anderen sind dann mal weg.

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