Vorwürfe

Donald Trump Jr. immer tiefer in Russland-Affäre verstrickt

Donald Trump Jr. steht weiterhin wegen seinen Russland-Kontakten in Fokus.

Foto: imago stock&people / imago/UPI Photo

Donald Trump Jr. steht weiterhin wegen seinen Russland-Kontakten in Fokus. Foto: imago stock&people / imago/UPI Photo

Washington  Donald Trump Jr. hatte während des Wahlkampfs Kontakt mit dem Enthüllungsportal Wikileaks. Twitter-Kommunikation belegt die Vorwürfe.

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„Es wird Zeit, Wikileaks als das zu bezeichnen, was es ist – ein nichtstaatlicher feindlicher Geheimdienst, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland angetrieben wird.“ Es ist dieser eine Satz von Mike Pompeo, Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, der illustriert, wie tief der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre mittlerweile im Schlamassel steckt.

Denn Donald Trump Jr. hat mit dem von Julian Assange geleiteten Enthüllungsportal, das vor der US-Präsidentschaftswahl von russischen Hackern erbeutete E-Mails der Demokraten veröffentlichte und damit Hillary Clinton schadete, kollaboriert. Ein Report des Magazins „The Atlantic“ ist inzwischen von Trump Jr. im Kern bestätigt worden.

Wikileaks wollte Trumps Steuererklärung haben

Wie diverse Kommunikationsstränge auf Twitter belegen, hat Wikileaks versucht, dem Präsidenten-Spross und dessen Vater im Wahlkampf mehrfach zu helfen. So sollte Trump Senior der Plattform seine streng geheim gehaltene Steuererklärung zuschanzen. Die Veröffentlichung via Wikileaks würde die Glaubwürdigkeit des Portals steigern.

Außerdem riet Wikileaks Trump dazu, im Falle einer Niederlage am 8. November 2016 die Wahl anfechten zu lassen. Als Entgegenkommen für diverse Informationsweitergaben erwartete Wikileaks, dass Donald Trump sich dafür stark macht, dass Julian Assange US-Botschafter Australiens wird.

Trump Junior antwortete nicht auf alle Avancen. Aber er weihte hochrangige Mitglieder der Trump-Kampagne wie Steve Bannon, Kellyanne Conway und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in die Angelegenheit ein. Dass er seinen Vater persönlich darüber informierte, dass Wikileaks mithilfe russischer Datenmunition gegen Clinton Stimmung machte, schließen US-Medien aus einer auffälligen zeitlichen Nähe.

Verhör von Justizausschuss dürfte auf Trump Jr. warten

Im Oktober 2016, wenige Wochen vor der Wahl, hatte Donald Trump bei einer Kundgebung erklärt: „Ich liebe Wikileaks“. Kurz danach sickerten für Clinton massenhaft unvorteilhafte E-Mails im Internet durch. Wikileaks ermunterte Trump Jr., dass er und sein Vater die Durchstechereien durch eigene Kommentare im Internet flankieren sollten, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Prompt twitterte Trump Senior im klagenden Ton, dass die „unehrlichen Medien“, die „unglaublichen Informationen von Wikileaks“ kaum beachteten.

Da Trump Junior im Sommer 2016 in New York mit einer russischen Anwältin zusammengetroffen war, die „Schmutz“ über Hillary Clinton angeboten haben soll, rundet sich für die Demokraten das Bild ab: Trumps engster Zirkel war aktiv bereit, russische Wahlkampfhilfe in Anspruch zu nehmen; sei es direkt oder über den Umweg Wikileaks. Der 39-Jährige muss abseits der Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller damit rechnen, erneut vor dem Justizausschuss des Senats verhört zu werden. Diesmal öffentlich.

Wie brisant die neuen Details sind, zeigte eine seltene Absatzbewegung am Dienstag. Vize-Präsident Mike Pence, sonst immer im Schulterschluss mit Donald Trump, erklärte, er habe von den Kontakten zu Wikileaks nichts gewusst.

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