US-Kongress

Datenskandal – Facebook-Chef Zuckerberg gibt sich reumütig

Zuckerberg: Dank mehr Sicherheit wird Facebook noch profitabler

Der Konzern-Chef soll am Dienstag und Mittwoch vor dem US-Parlament aussagen.

Der Konzern-Chef soll am Dienstag und Mittwoch vor dem US-Parlament aussagen.

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Menlo Park/Washington  Vor seinem Auftritt vor einem Kongressausschuss hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Fehler eingeräumt. Doch das reicht vielen nicht.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht in seine erste Anhörung im US-Kongress am Dienstag mit weiteren Eingeständnissen schwerer Fehler. Facebook habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt, erklärte der 33-Jährige in einer vorab veröffentlichten Stellungnahme für einen Ausschuss des US-Abgeordnetenhauses.

„Es war mein Fehler und das tut mir leid“, schrieb Zuckerberg. „Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.“ Der Schutz der Nutzer sei wichtiger als die Maximierung der Gewinne, versicherte er.

Bei Facebook per App Daten abgegriffen

Zuckerberg stellt sich am Dienstag und Mittwoch Fragen im US-Kongress. Zunächst ist er als Zeuge bei einer gemeinsamen Sitzung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat geladen (ab 20.15 Uhr MESZ am Dienstag). Am Mittwoch folgt dann eine weitere Befragung im Ausschuss für Energie und Handel des US-Abgeordnetenhauses.

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Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Nutzern unrechtmäßig an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

Fast 90 Millionen Nutzer betroffen

Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein - darunter potenziell von gut 70 Millionen Amerikanern. Cambridge Analytica selbst erklärte, man habe Informationen zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Facebook wusste seit Ende 2015 von der unerlaubten Datenweitergabe - gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass sie vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. Das wird erst jetzt nachgeholt.

Zudem räumte Facebook vergangene Woche ein, dass es möglich war, massenhaft öffentlich zugängliche Informationen der Nutzer abzugreifen, wenn man deren Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hatte.

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Für Facebook steht bei dem Termin viel auf dem Spiel. Im Kongress braut sich Empörung zusammen, die zu einer schärferen Regulierung im Internet unter anderem beim Datenschutz und damit zu Einschränkungen für das Geschäft des Online-Netzwerks führen könnte. Zuckerberg kann sich auf harte Fragen einstellen: Senatoren und Abgeordnete kündigten bereits an, dass sie den Facebook-Chef hart rannehmen wollen.

„Zuckerberg hat nicht nur Milch verschüttet“

Auch seine Entschuldigung in der Vorab-Stellungnahme machte wenig Eindruck. „Er muss eine bessere Antwort haben als nur ,Ich habe einen Fehler gemacht’“, sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut dem „Wall Street Journal“. „Er hat nicht einfach Milch auf den Frühstückstisch verschüttet.“ Das grundsätzliche Problem sei das Geschäftsmodell von Facebook.

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Die kalifornische Kongressabgeordnete Anna Eshoo aus dem Silicon Valley will den Missbrauch der Facebook-Plattform durch Propaganda aus Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zur Sprache bringen. „Das wirft eine moralische Frage auf, weil die Facebook-Plattform zur Waffe gemacht wurde, um unserer Demokratie zu schaden“, sagte sie der „San Jose Mercury News“. „Ich glaube, dass ein amerikanisches Unternehmen eine Verantwortung gegenüber Amerika hat.“

Zuckerberg auf Entschuldigungs-Tour

Unter anderem die in Russland ansässige Gruppe Internet Research Agency hatte in großem Stil versucht, über gefälschte Facebook-Profile soziale Spannungen in den USA zu verschärfen und Stimmung für den schließlich siegreichen Kandidaten Donald Trump zu machen. Facebook ergriff zuletzt Maßnahmen, damit das nicht wieder passiert. Wer Anzeigen mit politischen Inhalten schalten will, muss künftig seine Identität bestätigen und den Aufenthaltsort offenlegen.

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Zuckerberg ist schon seit Tagen bemüht, die Situation zu entschärfen. In Blogeinträgen und einer Telefonkonferenz mit Journalisten räumte er Fehler ein und versprach schärferen Datenschutz für die Zukunft. Zudem reduzierte Facebook bereits den Zugriff von App-Entwicklern auf Nutzerinformationen deutlich und Nutzer bekamen mehr Möglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre gemäß EU-Datenschutzgrundverordnung. (dpa)

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