Pandemie

Corona-Regeln: Was für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt

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Neue Quarantäne-Regeln für Reisende

Neue Quarantäne-Regeln für Reisende

Ab dem 8. November gelten neue Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Risikogebieten. Rückkehrer müssen nun entweder zehn Tage in Quarantäne oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Den dürfen sie aber frühestens nach fünf Tagen machen.

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Berlin.  Reisen sind erlaubt, aber in der Pandemie unerwünscht. Es gelten neue Regeln, die eine abschreckende Wirkung haben sollen.

Corvo wäre eine Idee. Eine kleine Azoreninsel mitten im Atlantik auf halbem Wege nach Amerika, 400 Einwohner. Corona kam nicht bis Corvo . Kein Risikogebiet. Ansonsten ist der Kontinent mehr oder weniger Risikogebiet. Wir sollen nicht reisen . Wer es doch wagt, hat es bei der Einreise schwerer denn je.

Seit dem 8. November gelten neue Quarantäne-Regeln . Wer bisher aus einem Risikogebiet kam, musste zwar für 14 Tage lang in Quarantäne gehen. Er konnte aber einen Schleichweg aus der Isolierung nehmen, in dem er sich gleich nach Ankunft auf dem Flughäfen auf Covid-19 testen ließ. In Berlin etwa lag das Ergebnis spätestens nach 48 Stunden vor, häufig früher. Bist Du negativ, bist Du frei. Ende der Quarantäne. Lesen Sie auch: Reisekonzern Tui macht Hotelzimmer am Meer zum Homeoffice

Hintergrund: Risikogebiete und Reisewarnungen
Hintergrund- Risikogebiete und Reisewarnungen

Corona-Test frühestens fünf Tage nach Einreise

Nun wird die Pflichtquarantäne zwar auf zehn Tage verkürzt. Bloß: Die Betroffenen können „frühestens ab dem fünften Tag nach der Einreise“ einen negativen Corona-Test vorlegen. So lange sollen sie zu Hause bleiben. Und wenn sie keinen „Weißen-Kragen“-Job im Homeoffice haben, dann haben sie ein Problem. Lesen Sie dazu: Homeoffice im Teil-Lockdown: Diese Regeln gelten nun

Mehr noch: Im Bundestag wird in großer Eile ein Gesetz beraten, dass die Lohnfortzahlung in solchen Fällen einschränkt. Laut Entwurf soll eine Entschädigung ausgeschlossen sein, „wenn der Quarantäne eine vermeidbare Reise in ein 48 Stunden vor Reiseantritt ausgewiesenes Risikogebiet zugrunde liegt“.

Wer deutschen Boden betritt, muss sich unter www.einreiseanmeldung.de anmelden. Die Web-Anwendung ersetzt die bisherige „Zettelwirtschaft“ (Innenminister Horst Seehofer) mit Aussteigekarten. In Echtzeit bekommen die Gesundheitsämter am Zielort alle Informationen über den Reisenden. Vor allem sind die digital ermittelten Daten nun lesbar und vollständig. Ein Vorteil gegenüber den bisherigen Karten.

Neue Einreise-Regeln: Reisende bekommen einen Code

Die Ämter „erfahren schnell und zuverlässig, wer aus einem Risikogebiet kommt und sich in Quarantäne begeben muss“, erläutert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Wenn alle Daten eingegeben sind, bekommt der Reisende zur Bestätigung einen Code. Der ist im Ernstfall der Beleg dafür, dass er sich gesetzestreu verhalten hat und kein Bußgeld riskiert. Anhand des Codes können die Behörden bei einer Strassenkontrolle erkennen, ob jemand seine Quarantänepflicht verletzt.

Bis auf zwei kleine Gemeinden in Österreich (Jungholz und Mittelberg) ist nun das komplette Grenzgebiet zu Deutschland in den neun Nachbarländern betroffen. Seit Sonntag zusätzlich neu und in Gänze auf der Risiko-Liste hinzugekommen: Schweden und Kanada. Außerdem weitere Regionen in Estland, Frankreich, Griechenland, Lettland, Norwegen, Großbritannien und Nordirland. Immerhin: Die Region Österbotten in Finnland gilt nun nicht mehr als Risikogebiet.

Dass das strenge Reiseregime auf die Touristen abzielt, erkannt man an den vielen Ausnahmen : Für Menschen auf Durchreise oder die Waren/Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren, für Diplomaten, Abgeordnete, Berufspendler, Ärzte, Pflegekräfte, unterstützendes medizinisches Personal, 24-Stunden-Betreuungskräfte, für nahe Verwandte auf Besuch und für nicht zum gleichen Hausstand gehörende Ehegatten oder Lebensgefährten – wenn ein geteiltes Sorgerecht besteht.

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