Feiertagsgesetz

Darum läuft „Das Leben des Brian“ an Karfreitag ganz legal

Die Initiative "Religionsfrei im Revier" führt „Das Leben des Brian“ auf und möchte damit gegen religiöse Bevormundung protestieren.

Die Initiative "Religionsfrei im Revier" führt „Das Leben des Brian“ auf und möchte damit gegen religiöse Bevormundung protestieren.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Damit hat die Initiative „Religionsfrei im Revier“ nicht gerechnet: Die Bezirksregierung hat ihren „Brian“-Filmabend im Bermudadreick genehmigt.

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Auch in diesem Jahr wird an Karfreitag der Film „Das Leben des Brian“ öffentlich gezeigt – „erstmals ,legal’“, wie die Initiative „Religionsfrei im Revier“ betont. Die Bezirksregierung Arnsberg hat den Abend im Riff zum Erstaunen der Veranstalter genehmigt.

„Always look on the bright side of life“: Seit 2013 bringt die Initiative um Martin Budich den Monty-Python-Klassiker „Das Leben des Brian“ an Karfreitag auf die Leinwand – anfangs im Sozialen Zentrum, seit 2016 in der Bermuda-Halle Riff.

Gezielt wird damit gegen das NRW-Feiertagsgesetz verstoßen: Die Jesus-Satire steht auf dem NRW-Index der Filme, die Karfreitag nicht öffentlich vorgeführt werden dürfen. „Verordneten Trübsinn“ nennen das die Gegner und wollen die „religiöse Bevormundung“ nicht hinnehmen.

Bundesverfassungsgericht wies Eingabe ab

Ihr juristischer Feldzug durch alle Instanzen endete 2017 vor dem Bundesverfassungsgericht. Karlsruhe wies die Eingabe ab. Die Initiative hätte damals – vergeblich – eine formelle Ausnahmegenehmigung beantragen müssen. Erst gegen diese Ablehnung hätte geklagt werden können, so das oberste Gericht.


Just um diese Ausnahmegenehmigung suchte Martin Budich im Februar für den Filmabend am kommenden Karfreitag nach. Von einer „besonders unterhaltsamen Veranstaltung“ ist darin die Rede, ebenso von einem „antiklerikalen Kabarettprogramm“. Viel massiver als mit derart lästerlichen Ankündigungen könne man kaum gegen das Feiertagsgesetz verstoßen, glaubte Budich. Für ihn umso überraschender die Antwort aus Arnsberg: Die Bezirksregierung erteilt für den 30. März eine Ausnahmegenehmigung. Mit Hinweis auf das Verfassungsgericht wird ein „dringendes Bedürfnis bejaht“. Zudem sei die gesetzliche Feiertagsruhe wegen des „geschlossenen Raums mit einer geringen Teilnehmerzahl“ (300 waren es im Vorjahr) gewährleistet.

2019 soll auch getanzt werden

Damit habe die Bezirksregierung die Verbotsbestimmungen des Feiertagsgesetzes „faktisch aufgehoben“, so die Initiative, die am Karfreitag im Riff ausführlich über die aktuelle Entwicklung informiert. Beginn ist bei freiem Eintritt um 18 Uhr. Um 19.30 Uhr wird der Wiener Kabarettist Günther „Gunkl“ Paal erwartet, bevor um 20.45 Uhr „Das Leben des Brian“ auf einer Großbildleinwand gezeigt wird.

Wie es heißt, wollen die Brian-Jünger die Spirale nochmals weiterdrehen. In einem Ausnahmeantrag für den Karfreitag 2019 könnte dann provokativ eine „Tanzveranstaltung“ im Riff erwähnt werden. Die ist an dem Feiertag grundsätzlich verboten – ob mit oder ohne begleitende Filmvorführung.

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