Europawahl

CSU-Politiker Weber ist Spitzenkandidat der Konservativen

Daumen hoch in Helsinki: Manfred Weber (m.) führt die europäischen Konservativen in den EU-Wahlkampf.

Daumen hoch in Helsinki: Manfred Weber (m.) führt die europäischen Konservativen in den EU-Wahlkampf.

Foto: LEHTIKUVA / REUTERS

Helsinki  CSU-Politiker Manfred Weber führt die Konservativen in den EU-Wahlkampf. Nun könnte er auch Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden.

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Erfolg für den Mann aus Bayern: Der CSU-Vize-Vorsitzende Manfred Weber ist am Donnerstag zum Spitzenkandidaten der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP für die Europawahl im Mai 2019 gewählt worden.

Der 46-jährige Weber setzte sich mit rund 79 Prozent der Delegiertenstimmen deutlich auf dem EVP-Kongress in Helsinki gegen seinen finnischen Konkurrenten Alexander Stubb durch, wie es in EVP-Kreisen hieß. Damit hat Weber auch gute Chancen, als Nachfolger von Jean-Claude Juncker nächster EU-Kommissionspräsident zu werden. Der 46-Jährige wird Gegenspieler des Sozialdemokraten Frans Timmermans, der ebenfalls Kommissionschef werden will.

So könnte Weber Nachfolger von Juncker werden

„Ich träume von einem Europa, das niemanden abhängt und wo wir härter arbeiten, um bessere Lebensbedingungen für alle Europäer zu schaffen“, erklärte Weber. Als seine großen Themen nannte er den Schutz der Außengrenzen und europäischer Werte, aber auch den Traum, dass Europäer als erste eine Heilung für Krebs finden. „Für uns bei der EVP ist jeder Mensch wichtig“, meinte Weber.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Nominierung Webers. „Manfred Weber hat hier in einer wunderbaren Rede die Brücke geschlagen zwischen der eigenen Heimat und der europäischen Aufgabe“, sagte die CDU-Chefin am Donnerstag in Helsinki.

Ob Weber tatsächlich EU-Kommissionspräsident wird, hängt von zwei Faktoren ab: Er müsste bei der Europawahl Ende Mai 2019 ein gutes Ergebnis für die EVP einfahren, so dass sie wie bisher die größte Fraktion im Europaparlament stellt. Zum zweiten braucht er die Rückendeckung der EU-Staats- und Regierungschefs, die das Recht zur Nominierung des Kommissionschefs haben. Merkels Unterstützung dürfte dabei große Bedeutung zukommen.

Das Amt gilt als das wichtigste in der EU. Die EU-Kommission kann Gesetze vorschlagen, Verträge aushandeln und die Einhaltung von EU-Recht überwachen. Die Riesenbehörde beschäftigt 32.000 Menschen. Der erste und einzige deutsche Kommissionschef war Walter Hallstein in den 60er-Jahren, damals allerdings für die viel kleinere und anders organisierte Europäische Gemeinschaft. (rtr/W.B.)

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