Corona-Folgen

Corona: Wie Long Covid die Rentenversicherung belastet

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Corona-Inzidenz erreicht mit 470 neuen Höchstwert

Corona-Inzidenz erreicht mit 470 neuen Höchstwert

Die Omikron-Variante lässt die Corona-Zahlen in Deutschland weiter nach oben schnellen. Das RKI registrierte sowohl bei der Sieben-Tage-Inzidenz als auch bei der Zahl der Neuinfektionen neue Höchstwerte.

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Berlin  Patientinnen und Patienten mit Long Covid belasten die Rentenkasse. Warum die Deutsche Rentenversicherung trotzdem zuversichtlich ist.

Die Corona-Infektionszahlen schießen zur Zeit wegen der Omikron-Variante in die Höhe. Wer sich mit dem Coronavirus ansteckt und an Covid erkrankt läuft Gefahr, noch lange an der Krankheit zu leiden. Das liegt an Long Covid. Damit bezeichnet man Symptome, die lange nach der eigentlichen Covid-Erkrankung auftreten.

Menschen, die an Long Covid erkranken, leiden nach aktuellem Kenntnisstand an verschiedenen Symptomen. "Dabei gibt es bei Weitem nicht nur ein Krankheitsbild – in unseren Einrichtungen haben wir es mit einer ganzen Menge verschiedener Symptome zu tun", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, der dpa in Berlin.

Studie: 40 Prozent der Corona-Patienten leiden unter Long Covid

„Wir merken verstärkt, dass die Menschen nicht nur aktuell an Covid-19 erkranken, sondern viele später das Post- oder Long-Covid-Syndrom entwickeln“, sagte Roßbach. „Viele Patientinnen und Patienten müssen erst realisieren, dass es sich um Long Covid handelt.“

Im Dezember veröffentlichte die Mainzer Universitätsmagazin eine Studie. Demnach leiden etwa 40 Prozent aller Corona-Infizierten nach mehr als sechs Monaten noch an Symptomen. Sie haben Long Covid. Die Krankheit trifft der Studie zufolge auch Infizierte mit milden oder asymptomatischen Verläufen.

Long-Covid-Patienten haben Herzprobleme, Angststörungen und Depressionen

Roßbach sagte: "Die Beschwerden sind unspezifisch – darunter Herzprobleme, Konzentrationsprobleme, Luftnot, Angststörungen, Depression oder chronische Müdigkeit." Manche Betroffene seien aus ihrem Berufsleben herausgerissen. Manche könnten sich teils Monate nach der eigentlichen Erkrankung nicht mehr konzentrieren und zum Beispiel Texte nicht mehr verstehen.

Ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erklärt dieser Redaktion, wie Long-Covid-Erkrankten geholfen wird. Denn die DRV versorgt die Patientinnen und Patienten zum Teil in eigenen Kliniken. "Wir haben 90 eigene und etwa 1000 Belegkliniken, in denen Long-Covid-Patienten versorgt werden können", erklärt er. "Dadurch können sich die Kliniken mit Long Covid auseinandersetzen und die Patienten konzentriert anhand ihrer Symptome behandeln."

Je nach Symptom kämen Reha-Kliniken etwa speziell für Kardiologie, Neurologie oder Psychosomatik infrage. "Vielfach betreten wir hier Neuland, weil fundierte Erfahrungswerte bislang fehlen", sagte Roßbach. "Aber wir helfen bei der Erforschung mit, und wir merken, dass die Rehabilitation der Rentenversicherung mit all ihren Instrumenten den Menschen bei Long Covid hilft."

DRV: Long-Covid belastet Rentenversicherung nicht so stark

Nach rund 10.000 Fällen im vergangenen Jahr erwartet Roßbach einen weiter steigenden Anteil. Angesichts von fast einer Million Reha-Leistungen im Jahr handele es sich aber nicht um eine beunruhigende Größenordnung. Wenn die Krankheit bei Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit anerkannt sei, könnten auch dort Kapazitäten genutzt werden.

Genaue Zahlen darüber, wie stark Long Covid die DRV belastet, gibt es dem Sprecher zufolge erst Mitte 2022. Allerdings sei die Fallzahl im Vergleich zur Gesamtzahl der Reha-Leistungen recht gering, sodass finanziell keine starke Belastung entstehe.

Die DRV konzentriert sich ihrer Präsidentin Roßbach zufolge derzeit eher darauf, das Reha-System in Deutschland zu stabilisieren. Sie erklärte, dass die Rentenversicherung derzeit private Reha-Kliniken mit mehreren hundert Millionen Euro im Jahr unterstützt. "Dadurch können wir die Reha-Landschaft in der Corona-Zeit stabilisieren und konsolidieren." Die Unterstützung laufe nach aktuellem Stand bis März. (mit dpa)

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