Ex-Generalsekretär

CDU-Politiker Heiner Geißler mit 87 Jahren gestorben

Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot

Heiner Geißler war Bundesminister, CDU-Generalsekretär und ein streitbarer Geist. Nun ist der Politiker verstorben.
Di, 12.09.2017, 12.07 Uhr

Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot

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Berlin  Heiner Geißler war Bundesminister, CDU-Generalsekretär und Schlichter beim Bauprojekt Stuttgart 21. Nun ist der Politiker verstorben.

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Der CDU-Politiker und ehemalige Bundesminister Heiner Geißler ist nach Angaben seines Sohnes Dominik gestorben. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Geißler wurde 87 Jahre alt. In der Öffentlichkeit löste die Nachricht von Geißlers Tod Trauer aus. Neben Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sprachen zahlreiche Politiker der Familie Geißler ihr Beileid aus.

Heinrichjosef Georg „Heiner“ Geißler war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU. Eine längere Zeit als Generalsekretär scheiterte an Streitigkeiten zwischen Geißler und dem damaligen CDU-Chef Helmut Kohl. Die von Geißler, Lothar Späth und Rita Süssmuth geplante Revolte auf dem Bremer Parteitag scheiterte. Von 1989 bis 2000 war Geißler jedoch weiter in der Parteispitze aktiv und zwar als Mitglied des Präsidiums des Bundesvorstandes der CDU.

Heiner Geißler baute CDU zu Programmpartei um

Seine größere politische Karriere begann mit dem ersten Einzug Geißlers in den Bundestag 1965. Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war Geißler dann jedoch von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz.

Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei. Auf der eigenen Internetseite wird zum Beispiel die Mitarbeit des CDU-Urgesteins an einem neuen Frauenprogramm während des Bundesparteitages 1985 in Essen angeführt. Unter Geißler wurde unter anderem auch ein Erziehungsgeld eingeführt.

Geißler schlichtete bei Stuttgart 21

Im Rahmen der Auseinandersetzung um den Neubau des Stuttgarter Bahnhofes agierte Heiner Geißler als Schlichter. Er vermittelte zwischen Befürwortern und Gegnern des Projektes Stuttgart 21. Zuvor hatte Geißler sich in zahlreichen Tarifverhandlungen schon einen Ruf als Vermittler erarbeitet. Geißler engagierte sich zudem beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac.

Geißler kam am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens. Nach Abschluss des Philosophie- und Jurastudiums arbeitet er Anfang der 1960er Jahre kurze Zeit als Amtsrichter in Stuttgart und im Ministerbüro des Arbeits- und Sozialministeriums.

Bis zuletzt äußerte er sich zu aktuellen politischen Themen. So kritisierte er etwa noch im März die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundes-Vize Julia Klöckner, weil diese Reformen an den Hartz-Gesetzen abgelehnt hatte. (ac/dpa)

So reagierten Politiker auf den Tod von Heiner Geißler:

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