Bundestagswahl

Neue Umfrage zur Bundestagswahl: SPD bei 27 Prozent

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Merkel wirbt im Bundestag offensiv für Laschet

Merkel wirbt im Bundestag offensiv für Laschet

In ihrer mutmaßlichen letzten Rede im Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine unionsgeführte Bundesregierung mit Armin Laschet als Kanzler geworben. Die Bürger stünden vor einer "Richtungsentscheidung", sagte Merkel. Laschet stehe für "Maß und Mitte".

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Berlin  Eine neue Allensbach-Umfrage zur Bundestagswahl 2021 sieht die SPD bei 27 Prozent. Das ist der höchste Zustimmungswert seit Mai 2017.

Der Höhenflug der SPD dauert an – und jetzt sind die Sozialdemokraten auch in einer Umfrage des eher konservativen Allensbach-Instituts an der Union vorbeigezogen. In der Erhebung, die das Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ durchführte, kommt die SPD auf 27 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zur letzten Allensbach-Umfrage vom 28. August.

Allensbach-Umfrage sieht SPD nahezu auf den Spuren des „Schulz-Zugs“

Umfrageergebnisse in ähnlicher Höhe hatte Allensbach für die SPD zuletzt 2017 ermittelt. Im Jahresdurchschnitt lag die SPD damals bei 25 Prozent. Die hohen Zustimmungswerte für die Sozialdemokraten in der ersten Jahreshälfte wurden damals vor allem dem „Schulz-Zug“ zugeschrieben – der kurzfristigen Begeisterung für den damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz.

CDU und CSU verlieren dagegen weiter in der Wählergunst. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, käme die Union nur noch 25 Prozent, einen Punkt weniger als zuletzt. Damit bestätigt sich der Abwärtstrend, den auch andere Befragungen zuletzt für die Union ermittelt hatten. Andere aktuelle Umfragen sehen schon deutlich schlechtere Ergebnisse für CDU und CSU, meist kommen die Konservativen derzeit nur auf 19 oder 20 Prozent.

Zu Jahresbeginn hatte es für die Unionsparteien noch ganz anders ausgesehen. Damals kamen sie in Umfragen auf 37 Prozent. Danach gingen die Zustimmungswerte zunächst zurück, im Juni und Juli stiegen sie allerdings wieder. Seit Ende Juli kämpfen die Unionsparteien mit Kanzlerkandidat Armin Laschet gegen den Abwärtstrend. Auch interessant: Alle Infos zum Wahlkampf-Triell am Sonntag

SPD im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit 19 Jahren vor der Union
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Neue Umfrage zur Bundestagswahl: Grüne verlieren, FDP nicht mehr zweistellig

Die Grünen verlieren in der neuen Umfrage vom 8. September ebenfalls an Zustimmung, sie fallen von 17 auf nun 15,5 Prozent zurück. Zum Vergleich: Im April hatten Demoskopen für die Partei noch Zustimmungswerte von rund 26 Prozent erwartet. Lesen Sie auch: TV-Vierkampf nach dem Triell: Darum geht es am Montag

Auch bei der FDP, die sich schon als potenzieller Kanzlermacher sieht, dürfte die Umfrage nicht zu Jubelschreien führen: Zum ersten Mal seit Langem stehen die Liberalen wieder unter zehn Prozent. Für die Partei ermittelte Allensbach 9,5 Prozent. Die FDP war von April bis Ende August konstant zweistellig gewesen. Die AfD kommt auf elf Prozent, die Linkspartei auf sechs.

Rot-Grün-Rot hätte knappe Mehrheit – auch Groko möglich

Auf Grundlage der Allensbach-Umfrage wäre tatsächlich eine Fortsetzung der aktuellen Großen Koalition – diesmal aber unter Führung der SPD – möglich. Ansonsten kommen nur Dreier-Bündnisse auf die erforderliche Stimmmehrheit im Bundestag, die bei der gegebenen Zustimmungkonstellation bei 369 Mandaten liegen würde.

Neben der unwahrscheinlichen Variante einer „Deutschland“-Koalition (SPD, Union und FDP) kämen auch ein Jamaika-Bündnis (Union, Grüne, FDP) und die sogenannte „Ampel“ (SPD, Grüne, FDP) auf eine bequeme Mehrheit im Parlament. Mit wahrscheinlich neun Sitzen hätte auch eine rot-grün-rote Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei eine knappe Mehrheit.

Für die repräsentative Umfrage wurden in der Zeit zwischen dem 1. und 7. September insgesamt 1258 Personen befragt.

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