Elektro-Tretroller

Bundesrat stimmt für Zulassung von E-Scootern

Auf dem Testgelände des DESY-Forschungszentrums sind die Elektro-Roller bereits im Einsatz. Unsere Redakteurin kommt zu einem geteilten Urteil.

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Berlin  Der Bundesrat hat für die Zulassung von E-Scootern gestimmt – allerdings mit Änderungen. Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein.

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Zum ersten Mal tauchten sie quasi über Nacht in San Francisco auf, nun soll es E-Scooter bald auch in Deutschland geben: Der Bundesrat hat für die Zulassung der Fahrzeuge gestimmt. Allerdings muss die Bundesregierung die Verordnung des Verkehrsministeriums noch ändern. Im Video oben sehen Sie einen Test mit dem E-Scooter.

Unter anderem sollen langsamere E-Tretroller nicht auf Gehwegen fahren dürfen, um Fußgänger nicht zu gefährden. Scheuer hat bereits Einverständnis in diesem Punkt signalisiert und strebt einen baldigen Start der neuen Gefährte noch im Sommer an.

E-Scooter: Länder wünschen noch Änderungen

Sämtliche E-Roller sollen wohl auf Radwegen fahren, wie es ursprünglich nur für schnellere Gefährte ab zwölf km/h vorgesehen war. Der Bundesrat stimmte auch dafür, die Unterteilung in zwei Kategorien komplett aus den Regeln herauszunehmen. Das muss man über E-Scooter wissen.

Wie alt muss man sein, um E-Scooter zu fahren?

Ein zweiter größerer Aspekt, über den im Bundesrat abgestimmt wurde, ist die Altersfreigabe. Scheuer will langsamere E-Roller bis 12 km/h ab 12 Jahren zulassen, schnellere ab 14 Jahren. Der Bundesrat entschied, dass E-Roller generell erst ab 14 Jahren erlaubt werden sollten. Die Empfehlung, die Gefährte erst ab 15 Jahren zu erlauben, fand in der Länderkammer keine Mehrheit.

Die Bundesregierung müsste die Verordnung mit allen Änderungen des Bundesrats umsetzen – andernfalls könnte sie die Verordnung vorerst wieder zurückziehen.

Leih-Scooter müllen Innenstädte zu

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte vor Nachteilen für Fahrradfahrer bei einer Zulassung von E-Rollern: „Wir laufen Gefahr, dass auch auf Radwegen der motorisierte den nichtmotorisierten Verkehr verdrängt“, sagte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Bezahlinhalt).

In europäischen Städten würden Leih-Roller nach drei Monaten ausgetauscht und verschrottet. „Hier besteht nicht nur die Gefahr, dass Innenstädte mit abgewrackten E-Scootern zumüllen. Es würden auch problematische Rohstoffe wie Lithium und Aluminium verschwendet“, sagte Hilgenberg.

E-Scooter: Orthopäde warnt vor Verletzungsrisiko

Der Leiter der Sektion Prävention der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGU), Christopher Spering, warnte in der Zeitung vor einem deutlich erhöhten Verletzungsrisiko.

Hintergrund: Erobern die elektrischen Tretroller jetzt auch Deutschland?

„Im Stadtverkehr sind E-Scooter hochgefährlich – auch weil sich andere Verkehrsteilnehmer nur extrem schwer darauf einstellen können.“ Trittbretter der Roller seien tief, so dass sich bei Stürzen der Fuß schnell darunter verfangen könne.

Keine Helmpflicht für E-Scooter

Zugelassen werden sollen E-Tretroller, die höchstens 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren. Eine Helmpflicht soll es nicht geben, auch einen Moped-Führerschein brauchen Fahrer nicht. Anders als Fahrräder sollen die neuen E-Scooter außerdem versicherungspflichtig sein.

Der jetzigen Entscheidung war eine lange Debatte vorausgegangen. Ein Verkehrsexperte nannte den E-Scooter-Streit „typisch deutsch“. Unser Kommentator fand, man sollte die Sorgen ernst nehmen, aber dennoch Bahn frei für die E-Scooter machen.

(dpa/cho)

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