Polizei-Bilanz

Bundespolizei-Chef: „Tötungsvorsatz“ bei G20-Krawallen

Ein Randalierer wirft am Rande des G20-Gipfels in Hamburg im Schanzenviertel ein Fahrrad in Richtung von Wasserwerfern.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Ein Randalierer wirft am Rande des G20-Gipfels in Hamburg im Schanzenviertel ein Fahrrad in Richtung von Wasserwerfern.

Berlin  Die Hamburger Krawalle zeigten eine „neue Dimension autonomer Gewalt“, warnt Dieter Romann. Er fordert abschreckende Justiz-Urteile.

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Nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg spricht der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, von einer „neuen Dimension linksterroristischer und autonomer Gewalt “. Er sagte unserer Redaktion, „mit bedingtem oder bewusstem Tötungsvorsatz musste man nicht rechnen.“

Romann erwartet von den Gerichten nun „selbstverständlich“ Urteile mit abschreckender Wirkung. Auf die Justiz käme die Aufgabe zu, „Polizeivollzugsbeamte für die Zukunft vor einer Wiederholung zu schützen.“ Die Sicherheit der Staatsgäste und ihrer Delegationen sei „von der Anreise bis zur Abreise jederzeit gewährleistet“ gewesen, versicherte er.

Schanzenviertel war kein „rechtsfreier Raum“

Kritik, wonach das Schanzenviertel zeitweilig ein rechtsfreier Raum gewesen sei, wies Romann jedoch zurück. Der Eindruck sei unzutreffend. „Bevor man in die Honigfalle eines Lagerfeuers rennt, muss die Polizei erst alle Nebengassen, Häuser und Dächer absichern, weil die Beamten ansonsten von dort aus dem Hinterhalt mit letal wirkenden Präzisionszwillen beschossen oder mit Gehwegplatten beworfen werden“, erläuterte Romann.

Beim Einsatz in Hamburg wurden nach seinen Angaben 110 Beamte der Bundespolizei verletzt, in 72 Fällen durch Angriffe der Störer, 29 Beamte seien dienstunfähig, zwei davon noch in stationärer Behandlung. (fmg)

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