Brandstiftung ging Streit um Ramadan voraus

Düsseldorf.  Vor dem Großbrand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft am Dienstag hat es Zeugen zufolge Streit um die Beachtung des islamischen Fastenmonats Ramadan gegeben, der am Montag begonnen hat. Bei der mittäglichen Essensausgabe sei es zu den Streitigkeiten gekommen, dies hätten die zuständigen Mitarbeiter des Roten Kreuzes berichtet, bestätigte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Medienberichte. Dabei sei es um die ordnungsgemäße Beachtung des muslimischen Fastenmonats gegangen. Ob ein Zusammenhang zur Brandstiftung bestehe, werde noch geprüft.

Nach dem Brand waren mehrere der Bewohner festgenommen worden. Einer von ihnen, angeblich ein Marokkaner, der sich als Syrer ausgegeben habe, soll sich gegenüber Mitarbeitern der Düsseldorfer Zeitung „Express“ mit der Tat gebrüstet haben. Grund: Er sei nicht vor Sonnenaufgang zum Ramadan-Frühstück geweckt worden.

Komplett zerstörte Halle musste noch in der Nacht abgerissen werden

In der Halle hätten Christen und Muslime unter einem Dach gelebt, berichtete das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Die Stimmung sei schwierig gewesen und habe sich mit Beginn des Ramadans noch verschlechtert. Es sei zu Gewalttätigkeiten gekommen. DRK-Mitarbeiter, Wachleute und Polizisten seien bespuckt und mit Schuhen beworfen worden. Obwohl mit einer Essensausgabe um 22 Uhr auf die Belange der Muslime im Ramadan Rücksicht genommen worden sei, hätten sich unterschiedliche Gruppen benachteiligt gefühlt.

Die Halle wurde durch den Großbrand praktisch komplett zerstört und musste wegen Einsturzgefahr noch in der Nacht abgerissen werden. Der Sachschaden wird mit rund zehn Millionen Euro beziffert.

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