Militär

Nordkorea schießt Langstreckenrakete Richtung Japan

Das Regime um Kim Jong-un soll eine ballistische Rakete getestet haben.

Das Regime um Kim Jong-un soll eine ballistische Rakete getestet haben.

Foto: Uncredited / dpa

Seoul  Nordkorea hat eine Rakete Richtung Japan abgefeuert. Internationale Politiker haben den Test im Anschluss aufs Schärfste verurteilt.

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Laut Medienberichten hat das autoritäre Regime in Nordkorea erneut einen Raketentest abgehalten. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, soll die ballistische Rakete aus der Provinz P’yŏngan-namdo abgefeuert worden sein. Die Agentur berief sich auf den Generalstab des südkoreanischen Militärs.

Die Rakete sei von dort Richtung Osten geflogen und in der japanischen Wirtschaftszone niedergegangen. Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera teilte in Tokio mit, die Rakete sei westlich der Präfektur Aomori niedergegangen. Die Rakete sei so hoch wie nie zuvor geflogen. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo sei die Rakete 50 Minuten unterwegs gewesen. Nach südkoreanischen Angaben flog die Rakete rund 960 Kilometer weit und in einer Höhe von 4500 Kilometern, so Yonhap.

Japan nennt Test „völlig inakzeptabel“

Südkorea reagierte mit eigenen militärischen Übrungen auf den erneuten Raketenstart. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwochmorgen (Ortszeit) ferner berichtete, analysierten die südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte die Flugbahn und die zurückgelegte Strecke der zuvor abgeschossenen nordkoreanischen Rakete.

Japans Regierung nannte den Test „völlig inakzeptabel“. Ein Sprecher in Tokio forderte Nordkorea auf, sein Raketenprogramm aufzugeben. US-Präsident Donald Trump hat verhalten auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas reagiert. Die USA würden sich darum kümmern, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus vor Reportern. Details nannte er nicht. „Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden“, sagte Trump.

Der US-Präsident war über die Situation unterrichtet worden, noch während die Rakete in der Luft war, wie seine Sprecherin Sarah Sanders via Twitter mitteilte. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Raketentest auf Twitter auf Schärfste.

Hawaii reagiert auf Bedrohungen durch Nordkorea

Vor dem Hintergrund einer möglichen Bedrohung durch Nordkorea nimmt der US-Bundesstaat Hawaii Sirenenwarnungen vor einem atomaren Angriff wieder auf. Das Signal solle am Freitagmittag (Ortszeit) zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ertönen, berichteten US-Medien am Dienstag.

Hawaiis Einwohner sollen so für einen möglichen Ernstfall sensibilisiert werden. Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, US-Gebiet zu attackieren. Hawaii liegt etwa 7400 Kilometer von Nordkorea entfernt.

USA bestätigen möglichen Raketentest

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bestätigte einen möglichen Raketentest Nordkoreas. „Alles, was wir im Moment sagen können, ist, dass es wahrscheinlich zu einem Abschuss gekommen ist“, sagte ein Pentagon-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Die US-Streitkräfte in der Pazifik-Region seien dabei, die Erkenntnisse zu bestätigen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, erklärte via Twitter, Präsident Donald Trump sei über die Situation unterrichtet worden, während eine Rakete noch in der Luft gewesen sei.

Zuletzt hatte das weitgehend isolierte Land Mitte September eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinweg geflogen war. (ac/dpa/rtr)

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