Tierseuche

Bauern in NRW sind in Sorge wegen der Schweinepest

Werden häufig Opfer von ASP: Wildschweine.

Werden häufig Opfer von ASP: Wildschweine.

Foto: Carsten Rehder / dpa

An Rhein und Ruhr.  Nach dem ersten Auftreten der Schweinepest in Deutschland herrscht Alarmstimmung in NRW. Reisende werden zur Achtsamkeit aufgerufen.

Nach dem ersten Auftreten der afrikanischen Schweinepest in Deutschland herrscht Alarmstimmung bei den Schweinebauern. Das Landesumweltministerium ruft zu erhöhter Wachsamkeit auf, sieht NRW aber gut aufgestellt für den Fall, dass sich das Virus ausbreitet.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte am Donnerstag bestätigt, dass ein nahe der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg aufgefundenes totes Wildschwein mit der afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert gewesen ist. ASP ist für den Menschen ungefährlich, führt aber bei Schweinen in mehr als 90 Prozent der Ansteckungsfälle zum Tod und ist hochinfektiös. Das Virus ist seit 2014 in Europa.

Sprecher der Schweinebauern: Das war ein Schock

„Wir haben uns zwar seit Jahren darauf vorbereiten können, trotzdem war das für ein Schock“, so Wilhelm Hellmanns, Sprecher der rund 500 rheinischen Schweinebauern. Sollte das Virus sich weiter ausbreiten, könnte das dramatische wirtschaftliche Folgen für die Landwirte haben. Beim Fund eines infizierten Tieres müssen in einem Umkreis von fünf Kilometern sämtliche Schweine getötet werden.

Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland
Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland

Zudem glaubt Hellmanns, dass Kunden außerhalb Europas – etwa in China – ihre deutschen Lieferanten auslisten könnten, um einen Import des Virus über infiziertes Fleisch zu verhindern. Der Export in Drittländer werde nun wegbrechen, befürchtet auch der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV).

Bauernpräsident: Konsequenzen wie in Belgien und Tschechien

„Wir müssen jetzt alles daran setzen, mit der gleichen Konsequenz gegen das Virus vorzugehen, wie es in Tschechien und Belgien praktiziert wurde“, so RLV-Präsident Bernhard Conzen. In Tschechien war die Schweinepest im Sommer 2017 ausgebrochen, in Belgien war Anfang des Jahres ein Fall publik geworden. Conzen sieht Bund und Länder „gut gerüstet“.

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) ruft die Landwirte zur strikten Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen auf und bittet Reisende um erhöhte Achtsamkeit. Der Erreger könne über Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel übertragen werden. So sollten etwa Wurstbrote an Raststätten nicht achtlos entsorgt werden.

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