Kiew. Volodymyr Koskin war Priester in Mariupol. Die Stadt ist heute zerstört, seine Mutter wurde getötet. Wie er sein Überleben sichert.

Eine junge Frau hält ein Baby in ihren Armen. Ihre Hände zittern. Das Baby ist blutüberströmt. Erneut haben das Grauen und der Tod die Ukraine heimgesucht. Zwei russische S-300-Raketen sind am Dienstagabend in Kramatorsk im Osten des Landes eingeschlagen. Eine trifft ein gut besuchtes Restaurant. Bis zum Mittwochmittag holen Helfer zehn Tote aus den Trümmern, darunter sind drei Kinder. 61 Menschen werden verletzt. Volodymyr Koskin hat die Bilder und die Videos gesehen. Er ist erschüttert. Weinen will er nicht. „Wir müssen aber später um unsere Toten trauern. Der Feind soll unsere Tränen nicht sehen“, sagt der asketische Mann in dem schwarzen Anzug und dem schwarzen Hemd mit dem weißen Stehkragen.