Wer für das Alter vorsorgen will, sieht sich mit einer steigenden Inflation konfrontiert. Wie viel Geld braucht es für den Ruhestand?

Wie viel Geld sollte ich bis zum Ruhestand für ein komfortables Leben angespart haben? Diese Frage lässt sich zunächst einfach beantworten. "Man sollte so viel Geld wie möglich auf der hohen Kante haben", sagt Finanzexperte Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn klar dürfte für die meisten Menschen schon jetzt sein: Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von einem externem Anbieter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Um die Eingangsfrage genauer zu beantworten, sollten Sie ihre voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen im Ruhestand gegenüberstellen. Welche Ausgaben fallen im Alter weg, welche kommen dazu? Der bisherige Lebensstil sollte ebenfalls betrachtet werden. Wer schon immer gerne verreist ist, wird auch als Rentner unterwegs sein wollen und braucht dafür Geld.

Das fehlende Kapital wird umgangssprachlich als Rentenlücke bezeichnet. Diese lässt sich in mehreren Schritten berechnen. Nur ist einer der Schritte mittlerweile kompliziert geworden: der Einbezug der Inflation.

Inflationsrechner hilft Rentnern und Rentnerinnen weiter

Die Teuerungsrate erreicht aktuell Monat für Monat besorgniserregende Höhen. Wer nicht aufpasst, wird denken, dass er genug Kapital für den Ruhestand gespart hat, nur um zu spät festzustellen, dass es weniger wert ist. Abhilfe schafft jedoch der Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes. Der ist online abrufbar und kann die persönliche Inflationsrate relativ genau bestimmen.

Wie genau, hängt davon ab, mit wie viel Daten man den Rechner füttert. Wer es einfach aber ungenau haben will, gibt einfach seine gesamten Ausgaben ein. Wie bereits erwähnt, ist es jedoch wichtig, den eigenen Lebensstil zu beachten. Das lässt sich auch im persönlichen Inflationsrechner berücksichtigen. Die Ausgaben sind zusätzlich in Unterpunkte wie Ernährung, Wohnen oder Mobilität aufgegliedert.

Rente: Inflation kann von Person zu Person unterschiedlich ausfallen

Für die persönliche Inflationsrate ist das wichtig. Denn die allgemeine Inflation berechnet das Statistische Bundesamt anhand eines Vergleichs der aktuellen Preise mit den Preisen aus dem Monat des Vorjahres. Wobei nur Preise von Produkten und Dienstleistungen mit einbezogen werden, die von privaten Haushalten beziehungsweise Personen gekauft wurden. Die Preisentwicklung wird dann im sogenannten Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) festgehalten.

Wer aber nun beispielsweise kein Auto fährt, gibt auch kein Geld für das Tanken oder die Versicherung aus. Damit wäre die Person nicht von den Preissteigerungen und damit der Inflationsrate in diesem Bereich betroffen

Der VPI jedoch bezieht diese für die allgemeine Inflationsrate ein. Daher gibt der Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes die Möglichkeit, die Ausgaben für die persönliche Inflationsrate differenzierter anzugeben. Wichtig für die Berechnung der Rentenlücke: Nicht die aktuellen Ausgaben angeben, sondern die zu erwartenden Ausgaben im Ruhestand. Nur so erfahren Sie, wie viel Kapital sie zusätzlich aufbringen müssen, um die voraussichtliche Inflation auszugleichen. (jas mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.