Essen. . Der Flughafen Köln/Bonn trennt sich im Zuge der Affäre um mutmaßlich gefälschte Schulungsnachweise von der Sicherheitsfirma Kötter.
Die Affäre um Fortbildungen, die nur auf dem Papier stattgefunden haben sollen, hat für das Essener Sicherheitsunternehmen Kötter harte Konsequenzen: Der Flughafen Köln/Bonn beendet die Zusammenarbeit mit Kötter Airport Security zur Kontrolle des Flughafen-Personals und der Wareneingänge vorzeitig. Der Vertrag werde „einvernehmlich zum 31. Januar 2018“ beendet – und damit drei Jahre früher als vorgesehen. Für die Restlaufzeit seien „zusätzliche Kontroll- und Überprüfungsmaßnahmen“ vereinbart worden, betonte der Flughafen in einer knappen Mitteilung.
Im Umfeld des Unternehmens war von Rauswurf die Rede. Die Schulungs-Affäre habe das Vertrauensverhältnis des Köln-Bonner Airports zu Kötter in diesem heiklen Sicherheitsbereich irreparabel beschädigt. Die Fluggäste und das Gepäck kontrolliert Kötter in Köln/Bonn aber weiter, das erledigt eine andere Konzerntochter – Aviation Security – im Auftrag der Bundespolizei.
Kötter zieht personelle Konsequenzen
Der Vorwurf, Mitarbeiter seien am zweitgrößten NRW-Flughafen von ihren Vorgesetzten gezwungen worden, Bescheinigungen über Fortbildungen zu unterschreiben, die sie nie gemacht haben, wird auch juristisch verfolgt: Nachdem sie bei Überprüfungen „Unregelmäßigkeiten“ entdeckt hatten, stellten Bezirksregierung und NRW-Verkehrsministerium Strafanzeige.
Kötter bestätigte gestern: „Nach interner Revision und externer Prüfung besteht Anlass zum Verdacht, dass im Rahmen der Zertifizierungsverfahren von Mitarbeitern in Einzelfällen Manipulationen vorgenommen wurden, die strafrechtliche Relevanz haben können.“ Man werde die Ermittlungen „vollumfänglich“ unterstützen.
Mitarbeiter sollen nicht betroffen sein
Zudem zog Kötter erste personelle Konsequenzen und setzte als neuen, kommissarischen Niederlassungsleiter Matthias Mlottek ein. Mit dem Betriebsrat werde man noch einen Ombudsmann bestimmen, an den sich Mitarbeiter vertraulich wenden könnten. Alle Beschäftigten der Personal- und Warenkontrolle würden nun binnen acht Wochen nachgeschult, sicherte Kötter zu. Das hatte das Ministerium zuvor verlangt.
Die Mitarbeiter sollen vom Verlust des Auftrags nicht betroffen sein, betonte Kötter, sie könnten beim Betriebsübergang ihre Jobs behalten. Die Gewerkschaft Verdi forderte den Flughafenbetreiber auf, das bei der Neuausschreibung sicherzustellen. „Wir fordern die uneingeschränkte Übernahme aller 170 Beschäftigten mit allen bisher erworbenen Besitzständen“, sagte Verdi-Sekretär Özay Tarim dieser Zeitung.