Nazi-Symbole

AfD-Parteirichter posierte mit Hakenkreuz und Hitler-Foto

Im Oktober 2015 reiste ein damaliges AfD-Mitglied mit Kollegen zu Stationen des Lebens von Adolf Hitler. Seine frühere Partei nennt das einen „schlechten Spaß“.

Im Oktober 2015 reiste ein damaliges AfD-Mitglied mit Kollegen zu Stationen des Lebens von Adolf Hitler. Seine frühere Partei nennt das einen „schlechten Spaß“.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Erfurt  Mit Nazi-Symbolen soll ein AfD-Parteirichter posiert haben. Er hatte einst Höcke vom Verdacht der Nähe zur NS-Ideologie freigesprochen.

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Das Posieren eines Parteimitgliedes mit Nazi-Symbolen bringt die Thüringer AfD-Landesspitze in Bedrängnis. Bei dem Mann, der inzwischen ausgetreten sein soll, handelt es sich nach Informationen der „Thüringer Allgemeinen“ um ein Mitglied des dreiköpfigen Landesschiedsgerichts, das im Frühjahr einen Parteiausschluss von Landeschef Björn Höcke abgelehnt hatte. Das Urteil entlastete den umstrittenen Politiker formal vom Verdacht der Nähe zur NS-Ideologie. Das auf Antrag des Bundesvorstandes eingeleitete Verfahren wurde eingestellt.

Das Parteimitglied hatte nach Informationen der Zeitung mit AfD-Kollegen im Oktober 2015 eine Reise zu Stationen des Lebens von Adolf Hitler unternommen. In einem Fenster vor dem Geburtshaus im österreichischen Braunau am Inn zündete er nach übereinstimmenden Angaben eine Kerze an.

Zudem ließ sich der Funktionär am Obersee bei Berchtesgaden fotografieren, wo Hitler sich erholte. In seinen Händen hielt er dabei ein Buch mit einer Fotografie des NS-Diktators. Darüber hinaus posierte er für ein Foto hinter einem Tisch, über den eine Decke gebreitet war, auf der ein Hakenkreuz und SS-Zeichen zu sehen sind. Die Fotos liegen der Zeitung vor.

Aufnahmen sind der AfD bekannt

AfD-Bundesgeschäftsführer Hans-Holger Malcomeß bestätigte der „Thüringer Allgemeinen“, dass dem Bundesvorstand seit September eine der Aufnahmen bekannt sei. Die Parteispitze habe den Landesverband gebeten, den „Vorgang unverzüglich aufzuklären und daraus angemessene Schlussfolgerungen zu ziehen“.

Durch mehrere Mitglieder der „Arbeitsgruppe Verfassungsschutz“ seien zudem Gespräche mit der AfD in Thüringen geführt worden. Hintergrund ist unter anderem, dass das Landesamt für Verfassungsschutz unter Verweis auf Höcke eine Beobachtung der Landes-AfD prüft.

Mann ist seit drei Wochen kein Mitglied mehr

Der ehemalige Schiedsrichter stand am Dienstag nach einem kurzen Telefonkontakt für Nachfragen nicht zur Verfügung. Der Vorstand der Landespartei bestätigte aber im Grundsatz den Vorgang.

Der Betroffene sei auf Anraten der Landesspitze vor etwa drei Wochen aus der Partei ausgetreten, sagte Höckes Co-Landesvorsitzender Stefan Möller der Zeitung. „Mit Nazi-Symbolen zu posieren, ist für Vertreter der AfD indiskutabel.“

Aktion sei nur „schlechter Spaß“

Gleichzeitig bemühte sich Möller um Schadensbegrenzung. Die Aktion vor drei Jahren sei aus seiner Sicht ein „schlechter Spaß und eine dumme Idee“ gewesen. Gleichzeitig schloss er eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Höcke als „blödsinnig“ und „unzulässig“ aus.

Der frühere AfD-Landeschef Matthias Wohlfarth bestätigte, dass er zu einer Gruppe von Parteimitgliedern gehöre, die das Foto dem Bundesvorstand zur Verfügung stellte. „Diese Geschichte zeigt, dass Höcke von braunem Bodensatz umgeben ist“, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“.

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