Gleichberechtigung

80-jährige Sparkassen-Klägerin sammelt mehr als 10.000 Euro

Die 80-jährige Marlies Krämer kämpft seit Jahrzenten gegen Benachteiligung.

Foto: Joerg Fischer / imago/epd

Die 80-jährige Marlies Krämer kämpft seit Jahrzenten gegen Benachteiligung.

Berlin  Marlies Krämer gibt nicht auf. Mit einer Online-Spendenkampagne sammelt die Rentnerin Geld für ihren Kampf, eine Kundin sein zu dürfen.

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Von Enttäuschungen und Rückschlägen lässt sich Marlies Krämer nicht beeindrucken. Die 80-jährige Feministin kämpft weiter für eine geschlechtergerechte Sprache auf Formularen der Sparkasse – und hat dabei viele Menschen hinter sich. Nachdem sie mit ihrer Klage vor dem Bundesgerichtshof gescheitert ist , hat die Rentnerin auf der Online-Spendenplattform GoFundMe eine Spendenkampagne für den Gang vor das Bundesverfassungsgericht gestartet. Mehr als 10.000 Euro sind so in den vergangenen drei Wochen zusammengekommen.

Vor dem Bundesverfassungsgericht will die Frauenrechtlerin durchsetzen, dass Frauen auf Formularen und Dokumenten der Sparkassen mit der weiblichen Form angesprochen werden. Bislang finden sich dort nur die Anrede „Kunde“ und „Kontoinhaber“. Zahlreiche prominente Aktivistinnen unterstützen die Kampagne in den sozialen Medien und riefen zum Spenden auf. So wurde Krämers erstes Ziel von 3000 Euro schnell erreicht.

Krämer will Spenden für Anwaltskosten einsetzen

Mit dem gesammelten Geld sollen Anwalts- und weitere Verfahrenskosten für die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und ein mögliches Verfahren am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg finanziert werden. Mit dem übrigen Geld will die 80-Jährige Frauenprojekte unterstützen, die sie gemeinsam mit den Spenderinnen und Spendern aussucht.

In der GoFundMe-Kampagne heißt es: „Sprache schafft Realität. Sprache kann ausschließen, aufwiegeln, abwerten oder verletzen.“ Gerade jetzt, wo Frauenrechte und vermeintliche Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung wieder auf dem Spiel stünden, müsse etwas getan werden. „Indem ich weiter klage, sorgt dieses Thema auch künftig für Aufmerksamkeit und Debatten in der Öffentlichkeit“, schreibt Krämer. (kge/epd)

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