Messerattacke

Zeugen: Hamburger Messerangreifer rief „Allahu Akbar“

Mann sticht in Hamburg wahllos auf Menschen ein

In Hamburg hat ein Mann laut Polizei wahllos auf Menschen eingestochen. Ein Mensch wurde getötet.

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Hamburg  Ein Messerangreifer hat in einem Edeka in Hamburg einen Mensch getötet und weitere verletzt. Nun gibt es Details zu seiner Identät.

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Bei einer Messerattacke hat ein Mann am Freitag in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek einen Menschen getötet. Sechs weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Laut dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz handelt es sich bei dem 26-Jährigen „offensichtlich um einen Ausländer, der ausreisepflichtig war“.

Bei dem Toten geht die Polizei aufgrund von Ausweispapieren davon aus, dass es sich um einen 50-jährigen Deutschen handelt. Zunächst war von vier Verletzten die Rede gewesen. Eine 50-Jährige sowie vier Männer im Alter von 64, 57, 56 und 19 Jahren erlitten demnach Messerstichverletzungen.

Abschiebung war laut Bürgermeister Scholz nicht möglich

Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ vermutet die Polizei einen islamistischen Hintergrund. Der „Tagesspiegel“ hatte zuvor bereits unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, der Täter sei den deutschen Behörden als Islamist bekannt. Es soll sich demnach um einen Palästinenser handeln, der 1991 in Saudi Arabien geboren wurde und der als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist. Die Polizei Hamburg erklärte dagegen, die Staatsangehörigkeit des Festgenommenen werde noch geklärt. Der Mann sei in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren worden, 26 Jahre alt und als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte, der Mann habe nicht abgeschoben werden können, weil er keine Papiere hatte,. „Zusätzlich wütend macht mich, dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat“. Am Abend durchsuchte die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft in Langenhorn. „Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit der Tat vom Nachmittag in Barmbek“, sagte ein Polizeisprecher dem Abendblatt.

Die Polizei bildete eine Sonderkommission unter Beteiligung der Mordkommission und des Staatsschutzes. Letzterer ist für politisch motivierte Delikte zuständig. „Weiterhin wird in alle Richtungen ermittelt. Dies schließt Ermittlungen des Staatsschutzes ausdrücklich ein“, erklärte die Polizei. Augenzeugen berichteten, der Täter habe auf seiner Flucht mehrfach „Allahu Akbar“ gerufen. Dies bedeutet übersetzt „Gott ist groß“. Es gab in der Vergangenheit mehrfach Terroranschläge islamistischer Extremisten, bei denen die Täter diesen Ausruf verwendeten

Laut der Polizei hat der Mann in der Edeka-Filiale „unvermittelt“ offenbar mit einem Küchenmesser auf Kunden eingestochen. Der Täter war danach geflüchtet und von Passanten verfolgt worden. Anscheinend habe der Täter danach auf der Straße auf weitere Personen eingestochen.

Edeka spricht Opfern und Angehörigen Mitgefühl aus

Passanten hätten den Täter überwältigt.

, während er mit dem Messer fuchtelt. Laut Polizei wurde ein 35-Jähriger beim Überwältigen des Tatverdächtigen verletzt, er kugelte sich offenbar die Schulter aus.

Auch er wurde den Angaben zufolge leicht verletzt. Zivilfahnder konnten ihn laut eines Sprechers festnehmen. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Medienberichte, wonach die Behörden zwischenzeitlich Terror-Alarm ausgelöst haben, sind bisher nicht bestätigt.

Der Lebensmittelkonzern sprach allen Opfern und ihren Angehörigen sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. „Wir sind tief betroffen“, teilte Edeka schriftlich mit. Den Mitarbeitern des Marktes sei umgehend psychologische Hilfe angeboten worden. Edeka dankte allen Einsatzkräften.

Mordkommission ermittelt

Ob der Täter „Allahu Akbar“ rief, wie einige Augenzeugen berichteten, konnte die Polizei nicht bestätigen. „Dazu kann ich noch keine Angaben machen“, sagte ein Sprecher. Die Mordkommission ermittelt.

Die Polizei sperrte den Bereich um den Supermarkt großräumig ab, Rettungskräfte rückten mit einem Großangebot an, auch ein Rettungshubschrauber landete auf der Straße.

Laut „Hamburger Abendblatt“wurde mindestens eine Person ins Krankenhaus gebracht. Das Supermarktpersonal wurde nach der Tat medizinisch betreut. (dpa/sdo)

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