Fahndungserfolg

Tatverdächtiger Ali B. im Fall Susanna (14) im Irak gefasst

Beamte einer polizeilichen Spezialeinheit sichern den Transport von Ali B., dem Hauptverdächtigen im Todesfall Susanna, in der Sicherheitsschleuse der Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim.

Foto: Boris Roessler / dpa

Beamte einer polizeilichen Spezialeinheit sichern den Transport von Ali B., dem Hauptverdächtigen im Todesfall Susanna, in der Sicherheitsschleuse der Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim. Foto: Boris Roessler / dpa

Berlin  Schneller Fahndungserfolg im Fall des getöteten Mädchens Susanna aus Mainz: Der Tatverdächtige ist im Nordirak festgenommen worden.

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Wenige Tage nach seiner Flucht aus Deutschland ist der Tatverdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna, Ali B., im Irak festgenommen worden. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag am Rande der Innenministerkonferenz in Quedlinburg.

Der irakische Flüchtling steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben. Der 20-Jährige war nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist.

Auswärtiges Amt dringt auf Auslieferung

Wörtlich sagte Seehofer: „Der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an Susanna F. beschuldigte Ali B. ist heute Nacht, am 8. Juni 2018, gegen 2 Uhr durch kurdische Sicherheitsbehörden im Nordirak auf Bitten der Bundespolizei festgenommen worden.“ Er fügte hinzu: „Das mit der Auslieferung läuft jetzt nach den internationalen Regeln.“ Polizei und Auswärtiges Amt würden alle nötigen Anträge stellen. Ein weiterer Verdächtiger in dem Fall war am Donnerstag wieder freigelassen worden.

Das 14-jährige Mädchen war vor zwei Wochen verschwunden. Seine Leiche wurde am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden. Am Donnerstag gaben die Behörden in einer Pressekonferenz bekannt, dass es sich bei der Leiche um das vermisste Mädchen handele.

Ali B. konnte trotz uneinheitlicher Ausweise ausreisen

Der Fall sorgte deutschlandweit für großes Aufsehen – auch in der Politik. So wird über die Frage diskutiert, weshalb Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Seehofer sagte dazu am Freitag: „Mir ist wichtig, der Bevölkerung mitteilen zu können, dass nach diesem furchtbaren Verbrechen sich Gott sei Dank aufgrund der internationalen Zusammenarbeit niemand mehr - an welcher Stelle in dieser Erde (auch immer) - sicher fühlen kann.“

„Das ist für betroffene Familien natürlich nicht der Trost“, sagte der Minister weiter. Dennoch sei es für die „staatliche Gemeinschaft“ wichtig, „dass auf ein so furchtbares Verbrechen dann möglicherweise auch die Sühne kommt“.

Seehofer dankte den beteiligten kurdischen Sicherheitskräften, dass diese die Verhaftung möglich gemacht hätten. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den kurdischen Sicherheitsbehörden im Irak und der deutschen Bundespolizei.“

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