Isolation

Ureinwohner töten 27-jährigen US-Missionar mit Pfeilen

Luftaufnahme von North Sentinel: Auf der zu Indien gehörenden Insel lebt ein Jahrtausende alter Stamm in Isolation von der modernen Welt (Archivbild von 2005).

Luftaufnahme von North Sentinel: Auf der zu Indien gehörenden Insel lebt ein Jahrtausende alter Stamm in Isolation von der modernen Welt (Archivbild von 2005).

Foto: INDIAN COAST GUARD / imago/Ritzau Scanpix

Berlin  Auf den Andamanen leben streng geschützte Ureinwohner. Den Versuch einer Kontaktaufnahme hat ein junger Mann nun mit dem Leben bezahlt.

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Auf den zu Indien gehörenden Andamanen-Inseln ist ein US-Amerikaner durch eine Pfeilattacke von Ureinwohnern getötet worden. Der 27-Jährige hatte die Insel North Sentinel im Golf von Bengalen trotz eines Verbotes zum Schutz der Bewohner betreten, berichtet die Zeitung „India Today“.

Nach Angaben der Zeitung handelte es sich bei dem getöteten Allen Chau um einen christlichen Missionar, der die Ureinwohner bekehren wollte. Die schätzungsweise weniger als 50 Stammesangehörigen unterstehen einem strengen Schutz. Niemand darf sich der Insel auf mehr als fünf Kilometer nähern, um die Bewohner vor Zivilisationskrankheiten zu schützen.

Die Fischer wurde festgenommen

Wie „India Today“ berichtet, habe der Amerikaner eine Gruppe von sieben Fischern bestochen, um ihn zu der Insel zu bringen. Die Fischer hätten sich von der Insel ferngehalten, vom Wasser aus aber beobachtet, wie ein Pfeilhagel auf den Mann niederging. Später hätten die Bewohner Chau begraben. Seine Leiche befindet sich noch immer auf der Insel.

Die indische Polizei ermittelt jetzt wegen Mordes. Die sieben Fischer wurden festgenommen. Das US-Konsulat in Chennai bestätigte, dass ein US-Bürger in der Region vermisst werde. Die Behörden versuchen derzeit, die Leiche Chaus zu bergen. Das könne sich wegen des heftigen Widerstands der Inselbewohner aber als schwierig erweisen, schreibt „India Today“ unter Berufung auf einen Behördenvertreter.

Pfeilattacke nach dem Tsunami 2004

Bekanntheit erlangte der Stamm schon einmal im Jahr 2004: Nach dem Tsunami im Südpazifik flog ein Helikopter der indischen Küstenwache über die Insel, um die Schäden zu begutachten. Die Bewohner schossen mit Pfeil und Bogen auf das Flugobjekt. Die Bilder von der Attacke lösten große Faszination für die isolierte Zivilisation aus. (küp)

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