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Hochinzidenzgebiet Türkei: Was Urlauber beachten müssen

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Türkei kämpft um Touristen

Türkei kämpft um Touristen

Die Corona-Pandemie hat den Tourismus in der Türkei hart getroffen. In Antalya sind bislang kaum Gäste eingetroffen, obwohl sich die Branche nach Kräften bemüht, den Touristen die Angst zu nehmen.

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Berlin.  Die Türkei ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Doch das Land ist als Corona-Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das muss man wissen.

  • Die Türkei ist bei Deutschen ein beliebtes Urlaubsziel - allerings gilt das Land als Hochinzidenzgebiet
  • Inzwischen wurde die landesweite Ausgangssperre zwar gelockert, doch es gelten weiterhin strenge Corona-Regeln
  • Ist Urlaub in der Türkei trotzdem möglich? Alles, was Sie wissen müssen, lesen Sie hier

Die Türkei war lange Zeit stark von der Covid-19-Pandemie betroffen. Im ganzen Land wurden nicht nur mehrwöchige Ausgangssperren angeordnet, auch die Tourismusindustrie kam zum Erliegen. Mittlerweile lässt sich ein positiver Trend erkennen: Die Infektionszahlen sinken immer weiter. Noch ist der beliebte Urlaubsort der Deutschen allerdings als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Was das für Touristen bedeutet, lesen Sie hier.

Gibt es eine Reisewarnung für die Türkei?

Ja, das Auswärtige Amt warnt vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen in die gesamte Türkei. Zudem stuft das Robert Koch-Institut das gesamte Land als einfaches Risikogebiet ein. Laut Behörden besteht im gesamten Land ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Für einfache Risikogebiete fällt die generelle Reisewarnung am 1. Juli. Dann wird von Reisen in die Türkei nur noch "abgeraten".

Türkei ist Hochinzidenzgebiet: Muss ich nach Urlaub in Qurantäne?

Einreisende aus Hochinzenzgebieten müssen noch vor Abflug nach Deutschland eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und negative Corona-Tests vorlegen. Nach der Landung ist mit einer häuslichen Quarantäne zu rechnen. Diese kann nach frühestens fünf Tagen durch ein negatives Corona-Testergebnis verkürzt werden. Für Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ab dem Zeitpunkt, an dem der Nachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermittelt wird. Das kann auch schon vor Einreise vorgenommen werden.

Wie läuft die Einreise in die Türkei ab?

Seit März müssen sich Türkei-Urlauber 72 Stunden vor der Einreise online mit einem Formular auf der Website des türkischen Gesundheitsministeriums registrieren. Im Anschluss erhalten sie einen Genehmigungscode, den sogenannten "HES-Code". Dieser muss bei Kontrollen im Land vorgezeigt werden.

Bei der Einreise muss ein negativer Covid-19-PCR-Test vorgelegt werden, der zum Einreisezeitpunkt nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren. Am Flughafen werden bei der Ankunft Temperaturmessungen durchgeführt und bei erhöhter Körpertemperatur oder anderen Corona-Symptomen zusätzliche Gesundheitsuntersuchungen angeordnet.

Die Türkei fordert für Reisen nach Deutschland von allen Reisenden über sechs Jahren die Vorlage eines negativen PCR-Tests, der bei Ausreise nicht älter als 72 Stunden ist, oder eines 48 Stunden alten Antigen-Tests. Eine Kontrolle erfolgt seitens der türkischen Behörden. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne oder in ärztliche Behandlung begeben. Diese zwingend notwendige Testung vor Ausreise aus der Türkei befreit nicht von den Regeln für die Einreise nach Deutschland, etwa den Quarantänepflichten.

Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es nach derzeitigen Informationen keine Erleichterungen bei der Einreise in die Türkei.

Welche Corona-Maßnahmen gibt es in der Türkei?

In der Türkei gilt eine strenge Abstandspflicht von drei Metern bis zur nächsten Person. Auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsplätzen und auch an Stränden besteht Maskenpflicht. Es gilt außerdem ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit.

  • Für die Nutzung von Gastronomiebetrieben, Hotels, Einkaufszentren und innertürkischen Flügen, Zug- und Busfahrten ist ein HES-Code erforderlich, den man auch über eine App bekommen kann.
  • Bis zum 1. Juni gilt wochentags eine landesweite nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. An Wochenenden gilt die Ausgangssperre durchgängig jeweils von Freitag, 21 Uhr, bis Montag, 5 Uhr. Ausländische Touristen sind von den Ausgangssperren ausgenommen, örtliche Ausnahmen sind allerdings möglich.
  • Während der Ausgangssperren sind Reisen zwischen den Provinzen mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, mit privatem Transportmittel dagegen untersagt. Die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel ist für Personen über 65 und unter 18 Jahren nicht gestattet.
  • Gastronomiebetriebe sind geschlossen - Abhol- und Lieferdienste stellen Ausnahmen dar. Lebensmittelgeschäfte, darunter Bäckereien, öffnen auch am Wochenende zwischen 10 und 17 Uhr. Ein Einkauf darf allerdings nur im nächstgelegenen Laden erfolgen.

Welche Corona-Maßnahmen treffen Hotels in der Türkei?

Türkische Hotels hoffen weiterhin auf Touristen im Sommer. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Hoteliers und das Ministerium für Kultur und Tourismus mitteilte, gibt es bereits seit vergangenem Jahr konkrete "Hygiene-Anweisungen":

  • Wärmebildkameras an den Hoteleingängen
  • Gepäck soll am Eingang mit Desinfektionsmitteln behandelt werden
  • Kein Buffet sondern individuell servierte Mahlzeiten
  • Sicherheitsabstand am Pool und am Strand
  • Abgepackte Handtücher für den Pool
  • Zimmer sollen nach der Abreise mindestens 24 Stunden lang frei bleiben, bevor sie wieder neu belegt werden

An Hotels und Restaurants mit guten sanitären Bedingungen wird das Gütesiegel "Sicherer Tourismus" anhand von 132 Kriterien vergeben. Dafür müssen die Hotels unter anderem einen eigenen Quarantäne-Flügel für Touristen einrichten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

In einem Luxushotel an der Mittelmeerküste erinnern Bodenmarkierungen an die Abstandsregeln. Vor Aufzügen und Restaurants ist Desinfektionsgel platziert, das Personal trägt Schutzmasken. "Wir mussten unsere Betriebe umgestalten", berichtete Sururi Corabatir, Präsident des türkischen Hotelierverbands 2020. Und er versprach zugleich: "Trotz dieser zusätzlichen Ausgaben werden wir die Preise nicht erhöhen."

Zudem führten die Behörden eine Krankenversicherung für umgerechnet rund 23 Euro ein, die Reisende bei ihrer Ankunft abschließen und damit ihre Krankenhauskosten im Falle einer Covid-19-Behandlung abdecken können.

Kann ein gebuchter Urlaub in die Türkei storniert werden?

Eine kostenfreie Stornierung ist dann möglich, wenn die Reise aufgrund von unvermeidbaren Umständen gecancelt werden muss - die Einstufung zum Risikogebiet zählt dazu. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt ebenfalls als starkes Indiz für derartige Umstände. Bei Reisen in die Türkei, die noch nicht unmittelbar bevorstehen, lohnt es sich, die Infektionslage im Urlaubsland so lange wie möglich zu beobachten. (day/raer)

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