Hunde

Unterwasserlaufband für kranke Hunde am Niederrhein

Bisschen nass an den Füßen, aber mollig: Das Wasser hat eine Temperatur von 25 bis 30 Grad.

Bisschen nass an den Füßen, aber mollig: Das Wasser hat eine Temperatur von 25 bis 30 Grad.

Foto: Arnulf Stoffel

Am Niederrhein.   Michaela Platzer, aufgewachsen in Neukirchen-Vluyn, betreibt Physiotherapie für Pferd und Hund. Alles beginnt mit einem Beinbruch von Emily.

Geboren und aufgewachsen ist Michaela Platzer in Neukirchen-Vluyn. Die gelernte Kfz-Mechanikerin arbeitet bei BMW Fett & Wirtz in Moers, hat aber im Keller ihres Hauses an der Hubertusstraße in Rheurdt-Schaephuysen etwas stehen, was so gar nicht zu ihrem eigentlichen Beruf passt: ein Unterwasserlaufband für Hunde.

Denn sie ist im Nebenberuf Tierphysiotherapeutin und hat ihre mobile Praxis durch das Laufband ergänzt. Wie ist die 33-Jährige zu diesem Zweitberuf und somit gewissermaßen auf den Hund gekommen? Auslöser war ihr Parson Russell Terrier Emily. Beim Hundeturniersport belegten sie drei Mal hintereinander den ersten Platz – und dann brach sich Emily ein Bein. „Sie sollte schnell wieder fit werden“, sagt Michaela Platzer.

Bei der Therapie geht es um mehr als Verspannungen

Mit einer Tierphysiotherapie sollten Verspannungen gelöst und Muskeln wieder aufgebaut werden – danach entschloss sich die Kfz-Fachfrau, selbst die Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin zu absolvieren. Es folgte ein Fernstudium mit Praxisblocks, 2010 die Prüfung und die Anmeldung der Selbstständigkeit: mobile Physiotherapie für Pferd und Hund.

Hat der beste Freund des Menschen einen Kreuzbandabriss oder einen Bandscheibenvorfall erlitten, erstellt Michaela Platzer einen Therapieplan, nach dem sie und der Hundehalter vorgehen: „Der Besitzer muss zuhause mitarbeiten, täglich kleinere Übungen machen und dem Hund abends Wärme gönnen.“ Wärme ist auch ein Thema beim Laufband: Das Wasser hat eine Temperatur von 25 bis 30 Grad, und Magyar Vizsla Pluto demonstriert, dass ihm diese Therapieform äußerst angenehm ist. Der achtjährige Vorstehhund Pluto gehört ihrem Vater und ist ein alter Hase in Sachen Unterwasserlaufband-Therapie. Er trabt routiniert vor sich hin, hat dabei aber immer mindestens ein Auge darauf, dass ihm ja keines der Leckerlis entgeht, die von seiner Therapeutin als Motivationsverstärker gereicht werden.

Hunde reagieren unterschiedlich auf das Laufband

„Es ist alles eine Frage der Gewöhnung“, sagt die 33-Jährige. Und eine Frage der Hunderasse: „Aussis gehen souverän rein, Border Collies denken erst mal nach.“ Die einzige Frage, die Pluto zu interessieren scheint, ist hingegen: Wann gibt’s das nächste Leckerli?

Eine Therapiesitzung auf dem Unterwasserlaufband dauert bis zu 30 Minuten, erläutert Michaela Platzer; sie ist, so sagt sie, im Umkreis die einzige Anlaufstelle für die Unterwassertherapie. Sie habe zudem noch nie einen Hund gehabt, der sich der Therapie – sei es nun auf dem Laufband oder daheim – entzogen habe. Im Gegenteil: „Auch wenn sich ein Hund zuerst sträubt, legt er sich später sofort auf den Rücken und entspannt sich.“

Was auch die Physiotherapeutin selbst zufriedenstellt: „Ich bin total entspannt, wenn ich zu den Hunden rausfahre. Dann ist alles andere vergessen.“


>>INFO
Anwendungsgebiete
für die Tierphysiotherapie sind beispielsweise Hüftgelenksdysplasie, Arthrose, Bandscheibenvorfall, Kreuzbandriss und muskuläre Verspannungen.


Hinzu kommen die Linderung altersbedingter Beschwerden sowie Vorsorge und Fitness für Sport- und Gebrauchshunde.

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten im Netz unter www.tierphysiotherapie-platzer.de.

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