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Kastrationspflicht für Katzen in Gelsenkirchen geplant

Der Tierschutzverein versorgt aktuell rund 600 wild lebende Katzen in Gelsenkirchen mit Futter. Damit es nicht noch mehr werden, sollen Besitzer nur noch kastrierten Tieren Freigang gewähren (Symbolbild).

Foto: Kerstin Kokoska

Der Tierschutzverein versorgt aktuell rund 600 wild lebende Katzen in Gelsenkirchen mit Futter. Damit es nicht noch mehr werden, sollen Besitzer nur noch kastrierten Tieren Freigang gewähren (Symbolbild).

Gelsenkirchen.  Die Stadt Gelsenkirchen will die Vermehrung freilebender Katzen eindämmen. Besitzer von Hauskatzen mit Freigang sollen ihre Streuner registrieren und kastrieren lassen.

Die Stadt Gelsenkirchen will in Sachen Tierschutz aktiv werden. Im Fokus stehen freilebende Katzen. Trotz Einfang- und Kastrationsaktionen von Tierschützern steigt die Zahl der Streuner im Stadtgebiet. Deshalb sollen Besitzer von Freigängerkatzen nun mit einbezogen werden. Der Rat der Stadt wird im Oktober über eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht abstimmen.

Zahl der Streuner nicht bekannt

„Wir versorgen 600 freilebende Katzen in Gelsenkirchen“, sagt Thorsten Wiese, stellvertretender Leiter des Tierheims. Regelmäßig fangen Tierschützer verwilderte Tiere ein, um sie kastrieren zu lassen. Im Zeitraum 1. Juli bis 1. September wurden so 100 Katzen tierärztlich behandelt. Doch das löse das Problem nicht, so Wiese, denn ihre Zahl steige weiter.

Wie viele herrenlose Katzen wirklich durch die Stadt streunen, lasse sich nicht genau feststellen, wie ein Sprecher der Stadt mitteilt. Schätzungen zufolge sind es über 6000. In Rott­hausen, Scholven und der Innenstadt gebe es aber regelrechte Hotspots, sagt Wiese. 30 bis 40 Katzen seien dort beobachtet worden. Viele von ihnen befänden sich trotz der Fürsorge der Tierschützer in einem schlechten Zustand, sind unterernährt, krank oder verletzt.

Zeugungsfähige Katzen in menschlicher Obhut tragen zur Verschlimmerung des Problems bei: Sie paaren sich unkontrolliert mit den Streunern. Deshalb fordert das Veterinäramt eine Kastrationspflicht für alle Freigänger ab einem Alter von fünf Monaten. Im Zuge dessen will das Amt außerdem über eine Registrierungspflicht der Haustiere beim Haustierzentralregister Tasso abstimmen lassen.

Halter könnte schnell ermittelt werden

Wird eine unbeaufsichtigte Katze aufgefunden, könnte der Halter dann schnell und unkompliziert ermittelt werden. Falls das Tier noch nicht kastriert sein sollte, soll die Stadt dies anordnen können.

Erst wenn der Besitzer eine tierärztliche Bescheinigung der Kastration vorlegen kann, soll die Katze wieder unbeaufsichtigt ins Freie dürfen, teilt die Stadt mit. Kann der Halter nicht ermittelt werden, soll die Stadt zudem berechtigt werden, einen Tierarzt mit der Kastration zu beauftragen.

Zusätzlich dazu sollen aus dem Haushalt der Stadt 30 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Damit könnten Kastrationen und Kennzeichnung von Streunern finanziert werden.

Kastrationspflicht für Katzen bereits in 671 Städten

Solche Verordnungen gibt es bereits vielerorts. Der deutsche Tierschutzbund zählte im August 2018 deutschlandweit 671 Städte und Gemeinden mit Kastrationspflicht für Katzen. Auch im Ruhrgebiet gibt es derartige Regelungen, zum Beispiel in Essen, Bochum und Gladbeck. Sie alle sollen dem Schutz freilebender Tiere dienen. Katzenbesitzer in Essen konnten zur Einführung der Pflicht im Jahr 2016 finanzielle Unterstützung vom Tierschutzverein erhalten.

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