Jagdrecht

NRW-Umweltministerin gegen verstärkte Jagd auf Wölfe

Archivbild. Das Land NRW plant laut Umweltministerium nicht, die Jagd auf Wölfe rechtlich zu vereinfachen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Düsseldorf.  In der Debatte um den Umgang mit dem Wolf hat sich NRW-Umweltministerin Heinen-Essen dagegen ausgesprochen, die Jagd zu vereinfachen.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sieht keinen Anlass, in Nordrhein-Westfalen verstärkt Jagd auf Wölfe zu machen. Der jüngste Beschluss des Bundeskabinetts bringe eine Klarstellung, unter welchen Bedingungen verhaltensauffällige Wölfe geschossen werden dürften, sagte Heinen-Esser der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf. „Das reicht völlig aus.“ Darüber hinaus gehende Verschärfungen im Landesjagdrecht seien nicht geplant.

In NRW sei die Lage bislang gut beherrschbar. Erst zwei Wölfinnen hätten sich nachweislich hier angesiedelt; ein dritter Fall werde derzeit geprüft. Ein vierter Wolf werde immer wieder mal auf Durchreise in NRW gesichtet.

„Wir müssen Ängste vor dem Wolf ernstnehmen“

Alle Präventionsmaßnahmen für Weidetierhalter würden inzwischen zu 100 Prozent finanziert und die Schutzgebiete weiter gefasst, erklärte Heinen-Esser. „Wir müssen Ängste ernstnehmen, aber der Wolf steht unter Naturschutz.“ Angriffe von Wölfen auf Menschen seien in Deutschland schon seit vielen Jahren unbekannt.

Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass Wölfe, die geschützte Weidetiere reißen, leichter als bisher abgeschossen werden dürfen. Demnach können Wölfe eines Rudels so lange abgeschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt - auch wenn unklar ist, welcher Wolf der Angreifer war. Allerdings muss jeder einzelne Fall zuvor behördlich genehmigt werden. Mischlinge aus Wolf und Hund, die die Scheu vor Menschen verloren haben, werden zum Abschuss freigegeben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland lehnt die Änderung ab. Er fordert mehr Hilfen für Weidetierhalter. (dpa)

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