Phänomen

Sonnenfinsternis in den USA – Lichtblicke am Weißen Haus

Das passiert bei einer Sonnenfinsternis

So entstehen eine totale und eine partielle Sonnenfinsternis.
Di, 08.08.2017, 14.43 Uhr

Das passiert bei einer Sonnenfinsternis

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Washington  Die Sonnenfinsternis-Brillen sind gekauft, das Wetter spielt wohl mit: Nicht nur Amerikaner verfolgen die „Great American Eclipse“.

US-Präsident Donald Trump hat die Sonnenfinsternis in den USA vom Weißen Haus aus verfolgt. Gemeinsam mit der First Lady Melania, seiner Tochter Ivanka und mehreren Kabinettsmitgliedern schaute sich der Präsident das Spektakel vom Truman-Balkon aus an, wie im Fernsehen zu sehen war. Alle trugen spezielle Schutzbrillen.

Allerdings kamen die Trumps nicht in den Genuss der totalen Finsternis – in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington war nur eine partielle Finsternis zu sehen, bei der die Sonne zu 81 Prozent vom Mond verdeckt war. First Daughter Ivanka hatte zuvor auf Twitter ein Selfie mit Schutzbrille gepostet und geschrieben: „Denkt daran, Eure Brillen aufzusetzen.“

Millionen Menschen hatten der totalen Sonnenfinsternis entgegengefiebert. Das seltene Spektakel, bei dem der Mond die Sonne komplett verdunkelt, war in einem gut 100 Kilometer schmalen Streifen von der West- bis zur Ostküste hinüber für jeweils rund zwei Minuten zu sehen.

Seit Tagen schon reisten Hunderttausende Schaulustige in die Kernzone, drängelten sich auf Campingplätzen, in Naturparks und Hotels oder hatten bei Freunden Unterschlupf gefunden.

Schilder warnten: „Parken Sie nicht auf der Autobahn“

Wegen des hohen Verkehrsaufkommens hatten sich viele darauf eingerichtet, die Finsternis notfalls von der Straße aus zu erleben. „Parken Sie nicht auf der Autobahn“, warnten Schilder in vielen Bundesstaaten. Auf Nummer sicher gingen Beobachter, die einen der vielen Live-Streams im Internet oder Fernsehsendungen eingeschaltet hatten.

Das Spektakel wurde von zahlreichen wissenschaftlichen Versuchen begleitet sowie von der Erde und vom All aus gefilmt. Die Nasa streamte die „Great Eclipse“ live im Internet. Auch viele Fernsehsender sendeten Live-Übertragungen. Es ist die erste totale Sonnenfinsternis von Küste zu Küste in den USA seit 99 Jahren.

19.16 Uhr trifft der Kernschatten des Mondes auf Land

27 Minuten später traf der komplette Mondschatten dann gegen 19.16 Uhr deutscher Zeit im US-Bundesstaat Oregon auf Land. Gut 1,5 Stunden – also bis 20.48 Uhr – brauchte der Schatten bis zum Verlassen der USA an der Ostküste.

Bier und Donuts: Wie die Sonnenfinsternis sich auszahlt

Vom „Eclipse Ale“ aus der Brauerei bis zum Donut mit nachtschwarzer Spezialglasur – rund um die „Great American Eclipse“ („Große Amerikanische Sonnenfinsternis“) gab es zahlreiche Geschäftsideen. Eine Kaffeerösterei in Jackson Hole (Wyoming) hat „Eclipse“-Kaffee mit aufgedruckter Sonnenkorona im Angebot. „Verkauft sich wie blöd“, sagte eine Sprecherin dem Sender CNN. Und ein Marihuana-Shop in Portland (Oregon) hatte zum Event passend eine Hasch-Sorte namens „Moon Puppies“ im Angebot.

Deutlich mehr Geld ausgeben mussten Sonnenfinsternis-Fans für die einwöchige Eclipse-Kreuzfahrt auf der Royal Caribbean. Dafür gibt es dort eine besondere Kirsche auf der Torte: Bonnie Tyler singt während der Finsternis ihren Monsterhit von 1983, „Totale Eclipse of the Heart“. (dpa)

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