Technologie

So baut ein einziger 3D-Drucker ein Haus in nur 24 Stunden

Schicht für Schicht trägt der 3D-Drucker den Zement auf, wie in einem Video auf YouTube zu sehen ist.

Schicht für Schicht trägt der 3D-Drucker den Zement auf, wie in einem Video auf YouTube zu sehen ist.

Foto: Apis Cor

Moskau  Gerade mal 24 Stunden benötigte ein 3D-Drucker, um ein Haus zu errichten. Ohne Menschenhand kommt aber auch die Technologie nicht aus.

Viele träumen in ihrem Leben davon, mal ein Haus zu bauen. Doch häufig scheitert das Vorhaben an der Zeit – und nicht zuletzt am Geld. Das könnte sich womöglich bald ändern. Denn ein einziger 3D-Drucker hat jetzt innerhalb von kürzester Zeit geschafft, ein ganzes Haus zu bauen, wie in einem Video auf YouTube zu sehen ist.

Insgesamt nur 24 Stunden benötigte er, um den Rohbau des Hauses fertigzustellen. Das in Russland „gedruckte“ Gebäude hat zwar gerade mal 38 Quadratmeter. Der Preis für dieses von vielen als Meilenstein in der Baubranche angesehene Gebäude kann sich aber sehen lassen: Umgerechnet schlappe 260 Euro kostet ein Quadratmeter nach Angaben der Firma Apis Cor, die den 3D-Drucker hergestellt hat.

3D-Drucker baut Haus sehr günstig

Zum Vergleich: In Deutschland müssen Hausbauer laut einer Studie der ARGE für zeitgemäßes Bauen e.V. im Schnitt 2400 bis 3000 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Ein weiterer Vorteil des Druckers ist, dass er laut Hersteller ganz einfach mit einem Truck transportiert werden kann.

Doch wie funktioniert die Technik? Der einem Kran ähnlich sehende 3D-Drucker sprüht über an einem Arm befestigte Düsen Beton aus, während der Roboter Bewegungen nach dem Druckplan ausführt. Schicht für Schicht wird so der Zement aufgetragen – der etwa 4250 Euro teure Rohbau entsteht so in nur einem Tag.

Technologie kommt immer häufiger zum Einsatz

Bereits in den vergangenen Jahren wurden immer mehr Produkte von 3D-Druckern hergestellt. So wurde auf der Elektronikmesse CES 2017 bereits ein Auto vorgestellt, das von einem 3D-Drucker gebaut wurde.

Auch ganze Häuser wurden mithilfe der Technologie schon errichtet – allerdings wurden hier nur einzelne Teile des Hauses von 3D-Druckern vorgefertigt, die dann von Menschen zusammengesetzt wurden.

Apis Cor hat Idee für Nutzung So sieht das Haus am Ende aus. Apis Cor Apis Cor

Ganz ohne Menschenhand kommt aber auch der 3D-Drucker von Apis Cor nicht aus. Handwerker mussten die Isolierung übernehmen, das Dach draufsetzen sowie die Fenster einbauen, wie auch im Video zu sehen ist. Die Kosten dafür liegen laut der Webseite von Apis Cor bei 5200 Euro. Rechnet man die Rohbau-Kosten hinzu, kostet das 38-Quadratmeter Haus gerade mal etwa 9500 Euro.

Eine Idee, wo die Häuser zum Einsatz kommen, hat die Firma auch schon: So könnten mithilfe des Druckers schnell und günstig Siedlungen für Flüchtlinge gebaut werden. Runde Wände muss das Haus übrigens nicht haben. Die Firma habe damit lediglich zeigen wollen, was für abstrakte Formen mit dem Roboter möglich sind, heißt es. (bekö)

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