Streit

Schüsse zwischen Großfamilien: Haftbefehl gegen 28-Jährigen

Die Polizei sperrte nach der Schießerei zweier Familien mehrere Straßen ab.

Die Polizei sperrte nach der Schießerei zweier Familien mehrere Straßen ab.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Rüsselsheim   In Rüsselsheim wurde am Samstag ein Mann durch einen Schuss verletzt. Die Polizei hat gegen einen 28-Jährigen Haftbefehl erlassen.

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Am Samstag ist in Rüsselsheim ein Streit zwischen zwei Großfamilien eskaliert. Mehrere Schüsse fielen, ein Mann wurde dabei verletzt. Am Sonntagmorgen wurde ein 28-Jähriger dem Haftrichter vorgeführt. Er kam wegen versuchter Tötung in Untersuchungshaft. Insgesamt wurden 14 Personen im Alter von 13 und 53 Jahren festgenommen. Einen Hinweis, dass es sich bei den Großfamilien um verfeindete Clans gehandelt haben könnte, gibt es nicht.

Der nach Angaben der Polizei kurdisch-stämmige Tatverdächtige mit deutschem Pass gehöre einer Großfamilie an, die mit Mitgliedern einer anderen Familie am Samstagmorgen in der Bahnhofsstraße in Streit geraten sei. Hintergrund sollen Streitigkeiten untereinander gewesen sein, hieß es in der Mitteilung.

Großfamilien-Streit eskaliert - Ein Verletzter durch Schüsse

Die polizeilichen Maßnahmen gegen 13 der Personen begründeten derzeit keinen ausreichenden Tatverdacht, teilten die Behörden am Sonntag mit. Sie seien wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Ermittlungen zu weiteren Tatverdächtigen und zu Waffen, aus denen die Schüsse gefallen sind, dauerten an. Es sei auch noch unklar, ob eine oder mehrere Waffen abgefeuert wurden, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge neun Wohnungen durchsucht. Teile der Innenstadt waren zeitweise abgesperrt.

Zwei Fahrzeuge wurden von Projektilen getroffen. „Ersten Ermittlungen zufolge gab es einen Streit zwischen Mitgliedern zweier verschiedener Familien“, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag.

Großfamilien streiten sich - 15 bis 20 Personen flüchteten

Eine Zeugin hatte die Polizei gegen 4.00 Uhr wegen der Schussgeräusche alarmiert, wie die Sprecherin sagte. Den Ermittlungen zufolge seien zuvor mehrere Personen in Streit geraten.

Zeugenaussagen zufolge sollen gegenseitige Beschimpfungen zu hören gewesen sein. Vermutlich seien dabei die Schüsse gefallen. Der Polizei zufolge war eine Gruppe von 15 bis 20 Personen nach den Schüssen geflüchtet. Die Beamten hätten zunächst neun Personen im Alter zwischen 13 und 53 Jahren festgenommen, so die Sprecherin.

Am Nachmittag wurden auch der angeschossene Mann und zwei weitere Männer als Tatverdächtige festgenommen.

Fahndung und Spurensicherung dauern an

Nachdem diese drei Männer - sie gehören zu der anderen Großfamilie - erst als Zeugen vernommen wurden, habe sich der Verdacht auch gegen sie erhärtet. Die Fahndung nach weiteren Personen sowie die Spurensicherung waren am Nachmittag nicht abgeschlossen. Zwar wurden Absperrungen in der Stadt teilweise zurückgenommen.

Dennoch war ein größerer Bereich am Samstagnachmittag noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, da die Ermittler Spuren sicherten. Wie die Polizeisprecherin mitteilte, sei auch in eine Hauswand ein Geschoss eingeschlagen. Waffen stellte die Beamten zunächst nicht sicher. „Es ist unklar, ob aus mehreren Schusswaffen gefeuert wurde“, sagte die Polizeisprecherin.

Besonders in Berlin geraten kriminelle Clans immer wieder in die Schlagzeilen. Sie verdienen Geld durch Drogenhandel und Schutzgeld und decken sich bei Ermittlungen gegenseitig. Auch in anderen Teilen Deutschlands, (msb/dpa)

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