Pandemie

Corona-Inzidenz: Warum die RKI-Fallzahlen nicht stimmen

| Lesedauer: 2 Minuten
Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Studie: FFP2-Masken schützen besser vor Omikron als vor Delta

Eine Studie zeigt einen großen Unterschied wie wirksam FFP2-Masken bei Omikron im Vergleich zu Delta sind.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Die aktuell vom RKI gemeldeten Corona-Zahlen sind wohl zu gering – die Inzidenz könnte deutlich höher sein. Doch warum ist das so?

  • Die Corona-Inzidenz in Deutschland ist aktuell so hoch wie nie zuvor
  • Doch die Realität könnte noch deutlich dramatischer sein
  • Aus diesen Gründen gehen Experten davon aus, dass die RKI-Zahlen aktuell falsch sind

In Deutschland jagt ein Fallzahlen-Rekord den nächsten: Das RKI meldet nie zuvor gesehene Höchststände bei den Corona-Infektionen. Ein neues Allzeithoch gibt es angesichts der ansteckenderen Omikron-Variante auch bei der Zahl der PCR-Tests: In der vergangenen Woche führten Labore fast zwei Millionen der Testungen durch.

Vielerorts melden Labore Engpässe. Wer befürchtet, sich infiziert zu haben, muss teilweise lange auf das Ergebnis warten. Fachleute gehen daher davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Corona-Infektionen deutlich über den Zahlen liegt, die Gesundheitsämter täglich an das Robert Koch-Institut (RKI) melden.

Wegen hoher Corona-Zahlen: Labore arbeiten am Limit

Die Labore haben nun ihre Kapazität von zuletzt rund 2,3 Millionen auf nunmehr maximal 2,5 Millionen PCR-Tests in der Woche erhöht. Bei einer Testpositivrate von 25 Prozent könnte gleichwohl "maximal eine Inzidenz von etwa 750 gemessen werden", errechnete das "Science Media Center". Das gilt allerdings für die ganze Republik, in einigen Regionen sind die Testkapazitäten bereits überschritten.

Das dürfte einer der Gründe sein, warum die Dunkelziffer der Corona-Fälle in Wirklichkeit viel höher sein dürfte, als es die RKI-Zahlen vermuten lassen. Davon geht auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) aus. Sie dürfte "ungefähr beim Faktor zwei liegen", sagte Lauterbach in der Sendung "RTL Direkt". "Ob es tausend sind, wissen wir nicht genau." Lauterbach sagt, er rechne aber mit noch höheren Fallzahlen. Hintergrund ist auch, dass viele Infektionen ohne Symptome verlaufen und womöglich komplett unentdeckt bleiben.

Corona: Auch Gesundheitsämter überlastet

Die schiere Testmenge treibt allerdings nicht nur Labore an die Grenzen. Die Flut an Neuinfektionen könne bei den Ämtern inzwischen bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit führen, mahnt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. "Dann müssen die Gesundheitsämter priorisieren", sagt Dedy.

Lesen Sie auch: Warum die Corona-Datenerfassung verbessert werden muss

In Berlin schränken die Gesundheitsämter die Nachverfolgung bereits ein. "Die hohe Fallzahl hat eine noch stärkere Priorisierung zur Folge", sagte der Gesundheitsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Detlef Wagner, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Darauf hätten sich die Ämter der zwölf Bezirke verständigt.

Sie wollen sich demnach bei der Kontaktnachverfolgung künftig noch mehr auf Menschen aus gefährdeten (vulnerablen) Gruppen oder auf besondere Ereignisse wie Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen konzentrieren. Auch das führt dazu, dass viele Infektionen gar nicht erst ermittelt werden. (les/dpa)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben