Corona-Infektionen

Coronavirus: aktuelle Reproduktionszahl und RKI-Fallzahlen

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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Berlin.  Hat die RKI-Reproduktionszahl in Deutschland einen kritischen Wert erreicht? Wie hoch ist der 7-Tage-R-Wert? Ein aktueller Überblick.

  • Die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Reproduktionszahl liegt momentan bei 0,7 (Stand 26. Mai)
  • Zudem veröffentlicht das RKI weitere Zahlen, die über die Corona-Infektionen in Deutschland Aufschluss geben
  • So liegt der sogenannte 7-Tage-R-Wert laut RKI momentan bei 0,78 (Stand 26. Mai)
  • Der 7-Tage-R-Wert vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert vier Tage zuvor
  • Laut RKI haben sich in Deutschland 179.002 Menschen seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert (Stand 26. Mai)
  • Damit sind im Vergleich zum Vortag 432 Personen mehr von dem Virus betroffen
  • An Covid-19 verstorben sind in Deutschland bislang 8.302 Personen, genesen sind laut RKI schätzungsweise 162.000 Menschen
  • Damit sinkt der Wert weiter und liegt wie bisher weiterhin unter der kritischen Grenze von 1
  • Bezogen auf die Einwohnerzahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) wurden gestern die höchsten Inzidenzen aus Bayern (354), Baden-Württemberg (311), Hamburg (275) und dem Saarland (274) übermittelt
  • Das RKI veröffentlicht mehrmals täglich aktuelle Zahlen zur Lage in der Corona-Pandemie in Deutschland – ein Überblick

Aktuell meldet das Robert Koch-Institut in Deutschland 179.002 laborbestätigte Coronavirus-Fälle , darunter 8.302 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19. Das sind 432 Infizierte mehr im Vergleich zum Vortag.

Was ist die Reproduktionszahl und wie wird sie berechnet?

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet Am Dienstagabend lag der R-Wert bei 0,7. Damit ist die Reproduktionszahl niedriger als an den Tagen zuvor. Damit bleibt die Zahl weiter unter der kritischen Grenze – das Robert Koch-Institut hatte angegeben, dass der Wert idealerweise unter 1 liegen sollte, damit sich die Zahl der Neuinfektionen verringert.

Die Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, wird täglich neu angegeben, allerdings immer am Abend, nicht um Mitternacht. Um die statistischen Schwankungen des R-Werts auszugleichen, hat das Robert Koch-Institut am 14. Mai einen neuen 7-Tage-R-Wert vorgestellt.

Anders als die bereits bekannte Reproduktionsrate des RKI vergleicht der 7-Tage-R-Wert den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert vier Tage zuvor. So soll das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen abgebildet werden. Derzeit liegt der 7-Tage-R-Wert bei 0,78 (26. Mai).

RKI: Schätzungsweise 162.000 Genesene in Deutschland

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 162.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Demnach haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 180.600 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die JHU zählt zudem 8.323 Corona-Tote in Deutschland. Die Zahl der Genesenen betrug 161.599. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen - Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde seine Aufstellung nur einmal täglich.

RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen / Differenz zum Vortag):

  • Baden-Württemberg: 34.466 / +35
  • Bayern: 46.456 / +130
  • Berlin: 6.652 / +10
  • Brandenburg: 3.236 / 22
  • Bremen: 1.313 / +1
  • Hamburg: 5.069 / 0
  • Hessen: 9.804 / 34
  • Mecklenburg-Vorpommern: 760 / +0
  • Niedersachsen: 11.646 / 68
  • Nordrhein-Westfalen: 37.395 / +97
  • Rheinland-Pfalz: 6.600 / +4
  • Saarland: 2.727 / +11
  • Sachsen: 5.236 / +5
  • Sachsen-Anhalt: 1.698 / +4
  • Schleswig-Holstein: 3.067 / +5
  • Thüringen: 2.877 / +6

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als noch vor vier Monaten und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler. Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

Kritik kam kürzlich auch von den Linken. Sie bemängelten, die Einstellung der regelmäßigen Pressekonferenzen zur Corona-Lage. „Die Entscheidung des RKI setzt ein falsches Signal“, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte angekündigt, die Briefings nur noch anlassbezogen zu veranstalten. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. „Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung“, hatte Schaade gesagt. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, könne es auch wieder Briefings geben.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Coronavirus-Krise:

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