Betrug

Für Rente: Mann versteckt zwei Jahre tote Mutter im Keller

Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs.

Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  In Berlin hat ein 57-jähriger Mann seine tote Mutter in einem Sarg im Keller aufbewahrt. Die Polizei ist von der Strafe überrascht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Diese Geschichte klingt perfide: Weil er die Rente seiner Mutter weiter kassieren wollte, hat ein 57-jähriger Mann aus Berlin seine verstorbene Mutter im Keller versteckt. Wie „Bild“ (Bezahlinhalt) berichtet, habe der Mann sogar einen Sarg für seine Mutter gebastelt.

Er sei zu Obi gefahren und habe den Sarg mit Brettern selbst gebaut, wird er vom Blatt zitiert. Sie selbst soll ihrem Sohn den Auftrag erteilt haben, damit er seinen Lebensunterhalt weiter bestreiten kann, wie er erzählt.

Dass niemand etwas von dem Verwesungsgeruch mitbekommen hat, liegt dem Blatt zufolge am Nitroverdünner, den er überall verschüttet hatte. Den Sarg habe er dann hochkant an die Wand gelegt. Gegenüber den Nachbarn hatte der Mann angegeben, dass seine Mutter für den Rest ihres Lebens nach Spanien ausgewandert sei. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Leistungsbetrug und Verstoß gegen das Bestattungsgesetz eingeleitet.

Rente kassieren: Berliner versteckt tote Mutter – Das ist passiert:

  • Ein Berliner hat im Keller seine tote Mutter versteckt
  • Damit wollte er die Rente weiter kassieren
  • Das gelang ihm zwei Jahre – dann flog er auf

Doch die Strafe, die der Mann bekommt, überrascht sogar die Polizei: Gegen den 57-Jährigen wird wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin. Zuvor hatten „Bild“ und „B.Z.“ berichtet.

„Ich habe das ausgenutzt, wie Mutter es wollte, um meinen Lebensstandard zu halten“, sagte er. So habe der Mann in der Wohnung bleiben können. Die Miete habe bei etwa 950 Euro gelegen. Mit der um etwa 500 Euro höheren Rente der toten Mutter habe er das locker bezahlen können.

Darum ist die Grundrente so umstritten – und das bringt sie
Darum ist die Grundrente so umstritten – und das bringt sie

Die 85-Jährige sei nach bisherigen Erkenntnissen im Frühjahr 2017 eines natürlichen Todes gestorben, so die Polizei. Dies sei, „so makaber das klingen mag“, lediglich eine Ordnungswidrigkeit, sagte die Sprecherin. In Deutschland müssen Tote bestattet werden. Heraus kam die Tat, weil der Mann mit einem Bekannten einen Streit hatte. Die Polizei sei gekommen, berichtet „Bild“ weiter.

Die Ermittler hätten dann bei einer Überprüfung festgestellt, dass auch die Mutter in dem Haus gemeldet sei. Die Beamten hätten dann die Wohnung durchsucht – und die tote Frau im Keller entdeckt.

In einem noch viel schlimmeren Berliner Fall ging es ebenfalls um eine versteckte Leiche, um die Rente zu kassieren. Ein Berliner Trödelhändler war im April 2018 wegen Mord zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er laut Urteil einen Rentner erschossen und zerstückelt jahrelang in einer Tiefkühltruhe verborgen hatte. Somit wollte er an die Rente des alten Mannes in Höhe von monatlich 2000 Euro kommen. (bekö/jb/dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben