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Fall von Vibrionen-Infektion an Ostsee: Behörden warnen

Quallen an der Ostsee

Quallen an der Ostsee

In den letzten Jahrzehnten sind Quallen vor allem im Sommer in Massen zu finden. Die meisten sind allerdings ungefährlich. Alles rund um Quallen in der Ostsee, sehen Sie im Video.

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Rostock.  Vibrionen vermehren sich stark in warmem Wasser. In der Ostsee treten nun erste Fälle auf - manche Menschen sollten das Wasser meiden.

Viele Ostseebäder machen derzeit mit Aushängen auf die Gefahr durch Vibrionen aufmerksam. Die Bakterien kommen natürlicherweise im Ostseewasser vor und vermehren sich ab Wassertemperaturen von etwa 20 Grad. Sie verursachen in sehr seltenen Fällen teilweise schwere Infektionen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Lesen Sie auch: Ostsee: Kind fällt bei Fotoversuch der Mutter von Seebrücke

Nach dem nun veröffentlichten Vibrionen-Bericht aus der vergangenen Woche hat sich erstmals in diesem Jahr ein 80-jähriger Mann aus Mecklenburg-Vorpommern eine Infektion mit den Bakterien zugezogen. Wie das Lagus berichtete, sei in diesem Fall das hohe Alter als Risikofaktor zu betrachten. Weitere Details wurde nicht mitgeteilt. Auch interessant: Baden in der Ostsee: Eine App soll Quallen vorhersagen

Vibrionen: Manche Menschen sind besonders gefährdet

Gefährdet sind den Angaben zufolge Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Schwäche des Immunsystems sowie höheren Alters. „Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben.“ Mehr zum Thema: Ostsee: Touristen klagen über Bisse von Meerasseln

In der Badesaison 2020 seien in Mecklenburg-Vorpommern acht Infektionen gemeldet worden, Sterbefälle habe es nicht gegeben. Seit 2003 seien es insgesamt 69 Infektionen gewesen, an denen neun Menschen - alle mit relevanten Vorerkrankungen - gestorben seien.

Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa starker lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.(mja/dpa)

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