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Netto verkauft Zebrasteak – und viele Kunden sind empört

Netto wird wegen des Zebra-Steaks heftig kritisiert.

Netto wird wegen des Zebra-Steaks heftig kritisiert.

Foto: Schoening / imago/Schöning

Berlin  Mit diesem Angebot sorgt Netto für Kopfschütteln: Der Discounter verkauft Zebrasteak. Kritik gibt es nicht nur von Facebook-Nutzern.

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Neben dem Stangenspargel und den Eis-Törtchen bietet der Discounter Netto seit Montag in seinem Prospekt ein ganz besonderes Weihnachtsangebot an: Zebrasteak. 300 Gramm für 6,99 Euro.

Netto verteidigt das Angebot. „Grundsätzlich setzen wir für alle Netto-Eigenmarkenartikel auf hohe Qualitätsstandards“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Und weiter: „Grundsätzlich setzen wir für alle Netto-Eigenmarkenartikel auf hohe Qualitätsstandards.“ Das Fleisch stamme von Zebras aus Südafrika, sagte sie weiter.

Wer an den Feiertagen also keine Lust auf Gans oder Ente hat, sondern lieber exotisches Wildtier verspeisen möchte, ist bei dem Discounter richtig. Doch auf Begeisterung stößt das Zebrafleisch in den sozialen Netzwerken nicht. Ganz im Gegenteil.

Zebra-Fleisch von Netto sorgt für Kritik

Auf der Facebook-Seite von Netto finden sich einige Kommentare. Nicht alle reagieren wütend, einige haben auch Verständnis:

  • „Was genau stimmt mit Euch nicht?! Habt ihr nicht schon genug Tierarten zum Verzehr zu verkaufen?! Musste jetzt auch noch Zebrafleisch dazukommen?“
  • „Ich mache da keinen Unterschied zwischen Pferd, Zebra, Kuh oder Schwein. Die Leute, die meckern das Netto Zebrasteaks anbietet, sind die, die im Nachhinein Steaks vom Schwein oder Rind kaufen. Was ist da der Sinn? Heuchelei ohne Ende.“
  • „Achtung! Hier wird Zebrafleisch verkauft! Es gibt 3 Arten von Zebras. 2 davon sind gefährdet. Jetzt rottet Netto auch noch die dritte Art aus“

Tierschutzorganisation kritisiert Netto

Kritik gibt es auch von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Das Fleisch stamme in der Regel von Tieren aus freier Natur. Die meisten Wildtierbestände seien aber bereits durch Wilderei und Lebensraumverlust bedroht. „Der Trend zu exotischem Fleisch von Tieren aus weit entfernten Ländern ist sehr bedenklich“, erklärt eine Sprecherin von Pro Wildlife.

Obwohl deren Bestände zurückgehen, wird die Art auf der Roten Liste, die weltweit vom Aussterben gefährdete Tier- und Pflanzenarten aufführt, als nicht gefährdet eingestuft. Die beiden anderen Zebraarten, das Grevy- und das Bergzebra, sind dagegen stark bedroht.

WWF verurteilt Zebrafleisch-Konsum nicht

„Den kommerziellen internationalen Handel mit Luxusprodukten von Wildtieren anzukurbeln, deren Bestände ohnehin stark rückläufig sind, ist unverantwortlich und kontraproduktiv für den Artenschutz“, so Pro Wildlife weiter.

Die Naturschutzorganisation WWF verurteilt den Konsum von Zebrafleisch nicht – allerdings halte man es für fragwürdig, Fleisch aus anderen Kontinenten einzuführen, wie ein WWF-Sprecher der „Rheinischen Post“ sagte. So gebe es ein ausreichendes Angebot an Wildfleisch in Europa: „Da muss das nicht per Flugzeug aus Afrika transportiert werden.“ (jha)

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