Tierschutz

Nashörner sollen von Südafrika nach Australien umsiedeln

Nashörner im Hluhluwe-iMfolozi-Park, 280 km nördlich von Durban gelegen, dem ältesten Nationalpark Afrikas.

Nashörner im Hluhluwe-iMfolozi-Park, 280 km nördlich von Durban gelegen, dem ältesten Nationalpark Afrikas.

Foto: imago/sepp spiegl

Sydney.  Ein Geschäftsmann und Naturschützer aus Südafrika will Nashörner nach Australien umsiedeln. Er braucht für das Projekt noch Hilfe.

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Nur auf wenig mehr als 20.000 Exemplare wird die Population des Südlichen Breitmaulnashorns in Afrika geschätzt – doch obwohl sie unter Naturschutz stehen, werden sie erbarmungslos von Wilderern gejagt. 1338 Tiere wurden im vergangenen Jahr erschossen. Jetzt will der südafrikanische Geschäftsmann und Naturschützer Ray Dearlove 80 Nashörner nach Australien umsiedeln. An einem geheimen Ort sollen sie vor Wilderern geschützt leben und sich vermehren. So will er die Spezies vor dem Aussterben bewahren.

„Einige Leute schauen mich an, als wäre ich verrückt, wenn ich ihnen von dem Plan berichte“, sagt Dearlove, „andere denken, es ist weit hergeholt.“ Tatsächlich ist das Projekt mit enormem Aufwand verbunden. 2500 Kilo wiegt ein Tier, es passt nur in ein Frachtflugzeug. Kosten für den Transport von Afrika nach Australien: 62.000 Euro. Pro Nashorn. „Das ist sicher enorm viel Geld“, gibt Dearlove zu. „Doch was ist es der Welt wert, dass ein Tier nicht ausstirbt?“ Die südafrikanische und die australische Regierung stehen dem Projekt positiv gegenüber.

Australische Outback hat ähnliche Bedingungen wie Afrika

Finanziell beteiligen wollen sie sich aber nicht. Also sammelt Dearlove Spenden und sucht eine Fluggesellschaft als Sponsor. Mit dem Transport ist es nicht getan. Australien schützt sich mit strengen Quarantänebestimmungen vor eingeschleppten Krankheiten. Also müssten die Nashörner erst einmal abgeschirmt in einem Zoo leben, ehe sie ausgewildert werden. Im australischen Outback finden sie dann zwar ähnliche Bedingungen vor wie in der afrikanischen Savanne, dennoch ist das Risiko da, dass die Nashörner eingehen.

Eine Machbarkeitststudie fiel jedoch positiv aus, zudem haben Tierärzte der Universität und des Zoos von Sydney ihre Unterstützung zugesagt. Weitere Gefahr: Auch in Australien gibt es Wilderer. „Sie klauen ja sogar Hörner aus Museen in Europa“, sagt Dearlove. Denn das Hornpulver erzielt in Asien Höchstpreise, weil es dort als Potenzmittel gilt. Doch in Australien, so glaubt er, seien die Dickhäuter so sicher wie möglich.

Seit drei Jahren arbeitet Dearlove an dem Projekt. Die Zeit rennt. Inzwischen würden mehr Nashörner getötet als neu geboren: „Bis 2024 werden sie aus der Wildnis verschwunden sein, wenn wir nicht handeln.“

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