Pandemie

Corona-Mutationen: Diese verschiedenen Varianten gibt es

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Coronavirus: Das passiert bei einer Mutation

Coronavirus: Das passiert bei einer Mutation

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die in Indien entdeckte Covid-19-Mutation B.1.617 als "besorgniserregend" ein. Die Auswirkungen einer Mutation variieren stark.

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Berlin.  In Deutschland gehen mehrere gefährliche Mutationen des Coronavirus um. Welche sind es und wie ansteckend sind sie? Eine Übersicht.

  • Die Corona-Variante Alpha hat sich in Deutschland stark ausgebreitet - sie gilt als ansteckender und tödlicher
  • Sorgen bereiten dem Robert Koch-Institut auch weitere Mutationen
  • Was ist über diese Varianten bekannt und wie gut schützen die Impfstoffe? Ein Überblick

In Deutschland scheint die Pandemie an ihr Ende zu kommen, die Corona-Fallzahlen sinken seit Wochen stark, immer mehr Menschen sind geimpft. Doch kann das Virus durch Mutationen noch einmal die Oberhand gewinnen? Ein Überblick über besorgniserregende Varianten und ihre Gefahren.

Alpha: B.1.1.7 dominiert in Deutschland

Die Corona-Mutation Alpha B.1.1.7 trat im September 2020 zum ersten Mal in Großbritannien auf und dominierte wenige Wochen später das Infektionsgeschehen in Großbritannien. Anfang Januar erreichte die Inzidenz einen neuen Höchststand. In Deutschland wurde Alpha Ende Dezember erstmals nachgewiesen und wurde auch dort zur vorherrschenden Variante.

Wer sich derzeit hierzulande mit dem Coronavirus infiziert, hat es in den meisten Fällen mit Alpha zu tun. Der Anteil der Variante in Deutschland lag Ende Mai laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 93 Prozent.

Infektionen mit Alpha gehen laut RKI mit einer erhöhten Fallsterblichkeitsrate einher. Forschende fanden zudem heraus, dass sich die Variante auch unter jungen Menschen unter 20 Jahren stark verbreitet.

Ein Grund für die rasante Ausbreitung: Alpha ist ansteckender. Durch veränderte Eiweiße auf seiner Oberfläche kann Alpha leichter an menschliche Zellen. Laut Studien vermehrt sich die Variante um 35 bis 50 Prozent stärker als das herkömmliche Coronavirus. Entwickelt haben soll sich Alpha in einem Covid-19-Patienten mit schwachem Immunsystem, von dort soll es auf andere Menschen übergesprungen sein.

Nach Angaben der Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer wirken deren Impfstoffe auch gegen Alpha. Die mRNA-Technik erlaube auch eine spätere Anpassung an neue Mutationen des Virus. Moderna will zudem die Wirkung einer zusätzlichen Auffrischungsdosis testen. Auch das Astrazeneca-Mittel schützt vor der britischen Mutante.

Gefährlich? Neue Corona-Variante in Vietnam entdeckt

Ende Mai meldete der Gesundheitsminister von Vietnam die Entdeckung einer neuen Corona-Mutation. Bei der neuen Variante handele es sich um eine Kombination von Alpha und Delta (siehe unten), so Nguyen Thanh Long.

Die neue Variante verbreite sich schnell über die Luft, so der Minister. Nach der Infektion steige die Virenlast im Rachen der Patienten rasant an und verbreite sich dann sehr stark in der Umgebung. Zur Zahl der mit der neuen Variante infizierten Patienten äußerte sich Long nicht.

In Deutschland ist die Variante aus Vietnam noch nicht registriert worden. Auch zur Wirksamkeit der Impfstoffe liegen noch keine Daten vor.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der in Vietnam entdeckten Variante noch keinen griechischen Namen gegeben. Sie hat bestimmte Mutationen umbenannt, um Diskriminierung zu vermeiden.

Corona: Neue Virusvariante in Vietnam
Corona: Neue Virusvariante in Vietnam

Auf dem Vormarsch: Variante Delta B.1.617.2

Im Mai erklärte die WHO die in Indien entdeckte Mutation Delta B.1.617.2 zur besorgniserregenden Variante. Sie wird für die verheerende vierte Corona-Welle in Indien verantwortlich gemacht. Wie Alpha kann auch auch Delta leichter in menschliche Zellen eindringen.

Studien aus Großbritannien haben gezeigt, dass Delta um 20 bis 80 Prozent ansteckender ist als Alpha. Britische Experten warnen nun vor einer weiteren Welle. Der Gesundheitsbehörde Public Health England zufolge könnte die Variante nach vorläufigen Erkenntnissen außerdem zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen.

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In Deutschland lag der Anteil von Delta-Infektionen im Mai bei um die zwei Prozent. Intensivmediziner rechnen jedoch damit, dass sich die Variante auch hierzulande durchsetzen wird. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, schließt eine Verschärfung der Lage in den Krankenhäusern nicht aus.

Studien aus Großbritannien zeigen, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca weniger gut gegen Delta schützen.

Gefährliche Variante: Beta B.1.351

Ähnlich wie England gaben auch die Behörden in Südafrika kurz vor Weihnachten den Fund einer neuen Variante des Coronavirus bekannt: Beta B.1.351. Auch diese Variante verbreitet sich deutlich zügiger als das ursprüngliche Coronavirus, weil sie sich schneller an menschliche Zellen binden kann.

Zudem steht Beta im Verdacht, der Immunantwort des Menschen besser zu entkommen. Das gilt laut RKI sowohl nach einer Impfung wie nach einer ausgestandenen Sars-CoV-2-Infektion.

In Deutschland machte Beta Ende Mai einen geringen Anteil der registrierten Corona-Infektionen beim RKI aus, ihr Anteil ist damit rückläufig. Nach Einschätzung von Experten helfen der Variante ihre wahrscheinlich bessere Verbreitungsmöglichkeit bei Immunität hierzulande kaum.

Moderna und Biontech/Pfizer haben festgestellt, dass ihre mRNA-Wirkstoffe weniger Schutz gegen Beta bieten. Auch das Astrazeneca-Mittel zeigte bei der Variante weniger Wirkung. Südafrika setzt inzwischen auf das Präparat von Johnson & Johnson – dessen Wirksamkeit gegen Beta sei belegt.

Corona-Variante: Gamma P.1

Auch in Brasilien traten schon 2020 Mutationen des Coronavirus auf - allerdings bereits im August. Die Variante Gamma P.1 wurde erstmals im November nachgewiesen. Sie gilt als wesentlich gefährlicher als der Wildtyp oder die Mutationen Alpha und Beta.

SPD-Gesundheitsexperte bezeichnete Gamma. als die größte Gefahr bisher. Sie verbinde mehr Ansteckung, Sterblichkeit und Teil-Resistenz gegen Impfungen und sei deswegen "eine weltweite Bedrohung".

Diese Variante wurde im Januar erstmals Deutschland entdeckt. Ein Reisender, der von Brasilien auf dem Weg nach Frankfurt war, hatte sich mit der Mutation infiziert. Die Person wurde noch im Flieger benachrichtigt. Ende Mai machte Gamma einen geringen Anteil der registrierten Corona-Infektionen beim RKI aus.

Die Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca wirken einer Studie zufolge besser gegen Gamma als zunächst angenommen. Die Impfstoffe erzielten bei der Variante eine ähnliche Wirkung wie bei der Alpha, wie aus einer Studie der Uni Oxford hervorgeht.

Die Studie zeigte aber auch, dass die von den Impfstoffen produzierten Antikörper generell gegen die Virusvarianten weniger wirksam sind, als beim Wildtyp. (fmg/dpa)

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