Vermischtes

Mehr Rechte für Spaniens Hunde

Diese drei Hunde aus Spanien erhielten ein neues Zuhause.

Diese drei Hunde aus Spanien erhielten ein neues Zuhause.

Foto: Susanne Hübner

Madrid.   Spaniens Tierheime sind überfüllt und wissen schon lange nicht mehr, wohin mit den vielen aufgegriffenen Geschöpfen.

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Hunde und Katzen haben es schwer in Spanien. Während Frauchen und Herrchen in Ländern wie Deutschland die Tiere in den meisten Fällen ein herrliches Leben bieten, werden in Spanien etwa 140.000 Vierbeiner von ihren Besitzern fortgejagt. Spaniens Tierheime sind überfüllt und wissen schon lange nicht mehr, wohin mit den vielen aufgegriffenen Geschöpfen. Viele misshandelte Tiere werden von vor allem deutschen Touristen mitgenommen. Viele Organisationen vermitteln diese Tiere zu Haltern in anderen Ländern.

Doch jetzt soll es Mieze und Bello besser gehen: Das nationale Parlament in Madrid brachte eine Gesetzesinitiative auf den Weg, um den Tierschutz deutlich zu stärken – erstaunlicherweise sogar einstimmig. Wichtigster Punkt des Vorstoßes: Tiere sollen im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht länger als „Gegenstände“ wie Möbelstücke, sondern als „Lebewesen“ angesehen werden.

In Sachen Tierschutz galt Spanien, das Land der Stierkämpfe, bisher als europäisches Schlusslicht, in dem die Tierquälerei verbreitet ist und die Justiz bei der Verfolgung von Misshandlungen nur selten aktiv wird. Nun besteht Hoffnung, dass die Reform der Polizei mehr Möglichkeiten gibt einzuschreiten, wenn Tiere gequält oder ausgesetzt werden.

Ob sich aus dieser Gesetzesreform auch Konsequenzen für den umstrittenen Stierkampf ergeben, ist noch nicht klar. Bisher gilt der Stierkampf, bei dem der Kampfbulle in der Arena vom Torero getötet wird, vielen Spaniern als unantastbar. Das Stiertöten wurde lange als „nationales kulturelles Erbe“ ausgegeben.

Die Gesetzesinitiative war von der unabhängigen „Beobachtungsstelle für Tierschutz“ angestoßen worden, die mit dem Aufruf „Tiere sind keine Gegenstände“ mehr als 300.000 Unterschriften für eine Reform des spanischen Zivilgesetzbuches gesammelt hatte.

Die Bitte der Tierschützer wurde erhöht: Im Gesetzentwurf wird eindeutlich klargestellt, dass die Misshandlung von Tieren nicht erlaubt ist, genauso wenig wie das Aussetzen von Haustieren.

Die Tierquälerei ist in Spanien bis heute ein großes Problem: Im Frühjahr 2017 hatte die Polizei eine Kampfhund-Mafia zerschlagen, die im ganzen Land grausame Wettkämpfe mit Pitbull Terriern organisiert hatte. Auf den Kanarischen Inseln werden immer noch ganz legal Hahnenkämpfe organisiert.

Das Leid der Jagdhunde

Viele Fälle von Tiermisshandlungen in Spanien betreffen die Jagdhunde: Es sei immer noch Brauch, dass ausgediente Jagdhunde fortgejagt, erschossen oder – in Extremfällen – an Bäumen aufgehängt würden, beklagen Hilfsorganisationen. Jedes Jahr werden nach Schätzungen der Tierschutzgruppe „SOS Galgos“ rund 50.000 spanische Windhunde (Galgos), die vor allem zur Jagd benutzt werden, in Spanien ausgesetzt.

In Deutschland enthält das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) mit Paragraf 90a eine Vorschrift, die Regelungen bezüglich eines Tieres enthält. In den Statuten wird bestimmt, dass ein Tier als Mitgeschöpf nicht einer Sache gleichgestellt werden dürfe.

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